Apostolischer Palast neben dem Petersdom.
Vatikan

So würde Leo XIV. im Papst-Palast wohnen

Geht es mit Leo XIV. für das Papsttum wieder «back to the roots»? Zumindest räumlich? Die Kardinäle sollen sich einen Papst mit Wohnsitz im Apostolischen Palast gewünscht haben. Gross wäre die Bleibe, gemütlich eher nicht.

Severina Bartonitschek

«Grosszügige Wohnung mit Potenzial, Blick auf Petersplatz, mindestens 10-Zimmer, Küche, Dielen, Bäder, Dachterrasse». So in etwa könnte es klingen, das Inserat für die Papstwohnung im Apostolischen Palast. Doch möglicherweise gibt es schon einen Interessenten: Papst Leo XIV.

Seit zwölf Jahren Leerstand

Er könnte bald seine Umzugskartons packen und auf die andere Seite des Petersplatzes ziehen. Nachdem sein Vorgänger Franziskus im vatikanischen Gästehaus Santa Marta residierte, soll die Rückkehr an den traditionellen Wohnsitz ausdrücklicher Wunsch der Kardinäle beim Konklave gewesen sein.

Papst Leo XIV. steht am 11. Mai 2025 auf der Mittelloggia des Petersdoms im Vatikan und spricht das Gebet Regina Coeli.
Papst Leo XIV. steht am 11. Mai 2025 auf der Mittelloggia des Petersdoms im Vatikan und spricht das Gebet Regina Coeli.

Seit zwölf Jahren herrscht Leerstand in der Immobilie, die seit Jahrhunderten als Wohnort des jeweiligen Pontifex dient. Der deutsche Papst Benedikt XVI. lebte dort bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2013.

Renovierungsstau gross

Entsprechend gross soll der Renovierungsstau sein, man hört von Feuchtigkeit, muffigem Geruch und einem Leck im Dach. Die rund zehn Räume im dritten Stock des Palastes mit den meterhohen Decken sind nicht ganz einfach zu beheizen. Zudem müssten wohl die Leitungen für Wasser und Strom modernisiert und die Sicherheitsvorkehrungen angepasst werden.

Seit ihrem Bestehen wurde die Wohnung immer wieder umgebaut und den persönlichen Bedürfnissen des jeweiligen Papstes sowie den technologischen Neuerungen jener Zeit angepasst. Ob sich Leo XIV. eine neue Wandfarbe oder ein US-amerikanisches Boxspringbett für die neue Unterkunft wünschen würde, ist nicht bekannt.

Kein Single-Haushalt

In seinem neuen Zuhause wäre Leo XIV. nicht allein – Angestellte sorgen für einen reibungslosen Ablauf im päpstlichen Haushalt. Zudem gibt es Zimmer für die engsten Mitarbeiter. Der wohl bekannteste Raum der Wohnung ist die päpstliche Privatbibliothek, die sogar Leos Vorgänger Franziskus regelmässig nutzte. Hier empfängt das Oberhaupt der Katholiken neben Kirchenmännern und -frauen die vielen Staats- und Regierungschefs in Audienz.

Papst Franziskus winkt, 30. Juli 2024.
Papst Franziskus winkt, 30. Juli 2024.

Ein paar Zimmer weiter befindet sich der Raum mit dem weltberühmten Fenster, von dem aus der Papst jeden Sonntag um 12 Uhr beim Mittagsgebet zu den Menschen weit unten auf dem Petersplatz spricht.

Darüber hinaus verfügt die Residenz über eine eigene Kapelle. In früheren Pontifikaten gab es auch eine Art Krankenzimmer mit Ausstattung für medizinische Notfälle. Es hat sich vor allem während der langen Krankheit von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) bewährt.

Gebäude mit langer Tradition

Das Appartment ist eingebettet in den 55’000-Quadrameter-Komplex «Apostolischer Palast». Der befindet sich hinter Berninis Kolonnaden auf der Nordseite des Petersdoms. Neben den päpstlichen Gemächern beherbergen die über 1000 Räume Büros des vatikanischen Staatssekretariats, prunkvolle Säle für feierliche Empfänge und Teile der Vatikanischen Museen inklusive der Sixtinischen Kapelle. Dort wurde Kardinal Robert Francis Prevost am 8. Mai 2025 zum Papst gewählt. (cic)

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Apostolischer Palast neben dem Petersdom. | © Andrea Moresino
19. Mai 2025 | 09:00
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