Helena Jeppesen-Spuhler, vor dem bewachten Eingang zum Weltsynode-Saal Aula Paolo VI., Oktober 2024
Schweiz

Helena Jeppesen-Spuhler: «Der neue Papst ist ein ausgezeichneter Kompromiss»

Die Schweizerin Helena Jeppesen-Spuhler war Delegierte an der Bischofssynode in Rom. Da hat sie auch Robert Prevost erlebt als zugänglichen, sympathischen Menschen. Und sie kennt ihn als Förderer von Frauen in seinem Dikasterium. Sie zeigt sich erfreut über dessen Wahl zu Papst Leo XIV.

Regula Pfeifer

«Ich freue mich über die Wahl von Robert Prevost zum neuen Papst», sagt Helena Jeppesen-Spuhler auf Anfrage von kath.ch. Sie war eine von drei Personen aus der Schweiz, die in den beiden Bischofssynoden vom Oktober 2023 und 2024 zum Abschluss des weltweiten synodalen Prozesses eine aktive Rolle gespielt haben. Insbesondere beim Umgang der Synode mit der Frauenfrage.

Pastorale Praxis und Erfahrung in Kurie

«Er ist für mich ein Kompromisskandidat», schätzt Jeppesen-Spuhler den neuen Papst Leo XIV. ein und führt dies aus: «Es war klar, dass man einen pastoralen Papst will. Gleichzeitig wusste man auch, dass er die Kurie kennen muss. Es war wahrscheinlich schwierig, da einen Weg zu finden», gibt sie zu bedenken.

Bischof Felix Gmür spricht mit Robert Prevost, dem nun neuen Papst Leo XIV., Oktober 2024
Bischof Felix Gmür spricht mit Robert Prevost, dem nun neuen Papst Leo XIV., Oktober 2024

Das Resultat überzeugt die engagierte Katholikin: «Robert Prevost ist eigentlich ideal. Er bringt pastorale Praxis mit. Er war Bischof in Peru, und ich glaube auch Präsident der Bischofskonferenz. Danach kam er in die Kurie, ins Dikasterium für die Bischöfe. Er kennt beide Realitäten.»

Lob seiner menschlichen Qualitäten

Ausserdem lobt sie auch die menschlichen Qualitäten des neuen Papstes. «Er ist sehr zugänglich, ein sehr sympathischer Mensch.» Und, er hat sich in einer Angelegenheit hervorgetan, die Helena Jeppesen-Spuhler besonders wichtig ist. «Er ist einer der ersten, die Frauen in seinem Dikasterium in Leitungspositionen eingesetzt hat. Und diese Frauen arbeiten sehr gerne in diesem Dikasterium.»

An der Synode in Rom sei er «nicht aufgefallen durch outstanding Statements». Aber er habe unterstützend mitgewirkt, sei sehr gesellig und immer unter den Leuten gewesen. «Er redete auch mit den Laien», hebt Jeppesen-Spuhler hervor.

Anzeige ↓     Anzeige ↑

«Ich glaube, es ist ein ausgezeichneter Kompromiss», ist ihr Fazit. «Ich bin so froh, dass sich die Kardinäle, die von Franziskus ernannt worden sich, sich offenbar wirklich gefunden haben und durchsetzen konnten.»


Helena Jeppesen-Spuhler, vor dem bewachten Eingang zum Weltsynode-Saal Aula Paolo VI., Oktober 2024 | © Regula Pfeifer
8. Mai 2025 | 21:00
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!