Parkanlage im Lassalle-Haus.
Schweiz

Trotz Petition schliesst Lassalle-Haus Hotellerie- und Gastrobetrieb

Die Petition zur «Rettung» des Lassalle-Hauses stiess auf grossen Zuspruch. Doch der Jesuitenorden hält an der Schliessung des Hotellerie- und Gastrobetriebs in dem traditionsreichen Bildungshaus in Edlibach ZG fest. Die Petitionäre kündigen ein Abschiedsritual mit Jesuit und Zenmeister Niklaus Brantschen an.

Rund 5’400 Personen haben seit dem 9. März die Petition zugunsten des bisherigen Betriebs des Lassalle-Hauses Bad Schönbrunn unterzeichnet. Sie forderten die Leitung des Jesuitenordens in Europa auf, die Hotellerie im traditionsreichen Bildungshaus weiterzuführen, auf die Kündigung von über 40 Mitarbeitenden zu verzichten und eine Taskforce einzusetzen, um nachhaltige Lösungen für die wirtschaftliche Zukunft des Lassalle-Hauses zu erarbeiten.

Schliessung zum 1. Juli

Die Schweizer Jesuiten gehören seit 2021 der damals gegründeten zentraleuropäischen Provinz des Ordens an. Nun ist klar, dass der Jesuitenorden an seiner Entscheidung festhält. Dies teilen die Initianten der Petition auf der Internetplattform Campax mit. «Am 19. März 2025 hat Pater Thomas Hollweck SJ, Leiter der Zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten, in einer schriftlichen Antwort bestätigt, dass die Schliessung des Hotellerie- und Gastronomiebetriebs im Lassalle-Haus wie geplant zum 1. Juli 2025 umgesetzt wird.»

«Diese Antwort ist ernüchternd.»

Auf die Forderungen ging die Ordensleitung demnach nicht ein. Eine unabhängige Taskforce zur Erarbeitung eines neuen Zukunftskonzeptes sei abgelehnt worden, schreiben die Initianten der Petition, Peter Widmer und Lukas Niederberger. Der Jesuitenorden plane, die künftige Ausrichtung des Hauses intern zu definieren. Es sei eine interne Arbeitsgruppe eingerichtet worden, jedoch gebe es keine Information dazu, wer daran beteiligt sei oder welche alternativen Nutzungskonzepte in Betracht gezogen werden.

Das Lassalle-Haus Bad Schönbrunn in Menzingen ZG
Das Lassalle-Haus Bad Schönbrunn in Menzingen ZG

Die Initianten und weitere Mitglieder ihrer Taskforce sind enttäuscht. «Diese Antwort ist ernüchternd. Aber sie bedeutet nicht das Ende unserer Bemühungen», schreiben sie. Offenbar haben sie die Hoffnung nicht ganz aufgegeben. Es sei durchaus möglich, dass die Arbeitsgruppe mit ihnen Kontakt aufnehmen werde.

Gemeinsames Abschiednehmen mit Niklaus Brantschen

Peter Widmer, seit 2004 als Zen-Lehrer in Bad Schönbrunn tätig, und Lukas Niederberger, ehemaliger Leiter der Bildungsinstitution, kündigen auf Ende Juni ein «würdiges Abschiedsritual» für das Lassalle-Haus in seiner bisherigen Form und inhaltlichen Ausrichtung an. Gemeinsam mit dem bekannten Jesuitenpater und Zenmeister Niklaus Brantschen.

Brantschen habe 1993 dem Bildungshaus Schönbrunn den Namen Lassalle-Haus und das Konzept als Zentrum für Spiritualität, interreligiösen Dialog und soziales Bewusstsein verliehen.

«Wir hoffen, dass ein gemeinsames Abschiednehmen helfen wird, Trauer und Enttäuschung, Unverständnis und Wut längerfristig in Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit sowie in Engagement an anderen Orten zu wandeln.» Der Zeitpunkt dieses Rituals werde so bald wie möglich bekannt gegeben.

Weniger Interesse und höhere Kosten

Zum Entscheid der Jesuiten, das Haus ohne eigene Hotellerie und Gastronomie zu führen, führten ein Rückgang der Nachfrage und steigende Kosten. Tagesveranstaltungen für christliche Meditation und Zen-Meditationen bleiben im Angebot. Mehrtägige Kurse und Tagungen finden jedoch künftig an anderen Orten statt. 43 Mitarbeitenden wird gekündigt.

Der Jesuitenorden wird mit einer Gemeinschaft von sechs Personen in Bad Schönbrunn präsent bleiben und weiterhin Gottesdienste in ökumenischer Gastfreundschaft feiern. (bal)

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Parkanlage im Lassalle-Haus. | © zVg
26. März 2025 | 16:00
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