Unheimliche Schattengestalt mit Kruzifix in einer Kirche.
Vatikan

Papst: Leiden nach Missbrauch nicht abhaken

Seit Jahren setzt sich die Kirche mit dem Verbrechen des sexuellen Missbrauchs in ihren Reihen auseinander. Papst Franziskus hat die Päpstliche Kinderschutzkommission ermahnt, das Phänomen nicht bürokratisch anzugehen. Derweil erhält Papst Franziskus, der nach fünf Wochen aus dem Spital entlassen wurde, weiterhin viel Sauerstoff.

Papst Franziskus hat kirchliche Stellen dazu aufgerufen, sich beim Einsatz für Missbrauchsopfer um deren seelische Leiden zu kümmern und sie nicht «zu den Akten legen». Der Papst äusserte sich in einer Botschaft an die Teilnehmer eines Kinderschutzkongresses, der zurzeit im Vatikan tagt.

Wörtlich heisst es in der am Dienstag veröffentlichten Botschaft: «Möge der Heilige Geist uns vor der Versuchung bewahren, den Schmerz zu den Akten zu legen, anstatt ihn zu heilen.»

Mit staatlichen Akteuren zusammenarbeiten

Adressat der Papstbotschaft ist die Päpstliche Kinderschutzkommission, die vom 24. bis 28. März im Vatikan tagt. Sie wurde nach dem Bekanntwerden zahlreicher Fälle von sexuellem Missbrauch durch Geistliche an Minderjährigen gegründet.

Der Papst rief die Mitglieder der Kommission auf, sich dafür einzusetzen, dass jedes Kind und jeder hilfsbedürftige Mensch in der Kirche ein sicheres Umfeld finde. Dazu sei es auch erforderlich, mit staatlichen Akteuren, Experten und Vereinen Allianzen zu bilden, damit der Schutz der Minderjährigen von allen verstanden und praktiziert werde.

Papst erhält weiter viel Sauerstoff

Was seinen Gesundheitszustand angeht, erhält Papst Franziskus auch am zweiten Tag nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus weiter Medikamente sowie grosse Mengen Sauerstoff und wird umfassend medizinisch betreut. Wie am Dienstag aus dem Vatikan verlautete, wird dem 88-Jährigen auch in seiner Wohnung im Vatikan nachts intensiv Sauerstoff zugeführt, jedoch ohne Atemmaske. Tagsüber werde die Sauerstoffzufuhr schrittweise reduziert.

Der Papst befindet sich seit Sonntag in einer ärztlich angeordneten zweimonatigen Rekonvaleszenz-Zeit. Zuvor war er 38 Tage lang in der römischen Gemelli-Klinik wegen einer komplizierten und zeitweise lebensbedrohlichen Atemwegserkrankung behandelt worden.

Laut Informationen aus dem Vatikan ist noch nicht entschieden, in welcher Form Franziskus an den religiösen Feiern der Karwoche und der Ostertage teilnehmen wird. Für die beiden nächsten regulären Termine am Mittwoch, 26. März, und Sonntag, 30. März wurde angekündigt, dass Botschaften des Papstes lediglich in schriftlicher Form verteilt werden sollen. Als Folge seiner Lungenerkrankung hat das Kirchenoberhaupt weiterhin grosse Mühe, zu sprechen. (cic)

(cic)

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Unheimliche Schattengestalt mit Kruzifix in einer Kirche. | © KNA
26. März 2025 | 09:00
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