Bundesrat Ignazio Cassis soll diplomatisch aktiv werden, um den Kollaps der humanitären Hilfe zu verhindern.
Schweiz

Stopp von USAID: Hilfswerke und Kirchen appellieren an Bundesrat Cassis

Christliche Hilfswerke und Kirchen sind alarmiert wegen des Entscheids der US-Regierung, die Behörde für Entwicklungszusammenarbeit zu schliessen. Sie befürchten einen Kollaps der humanitären Strukturen mit dramatischen Folgen. In einem Offenen Brief appellieren sie an Aussenminister Ignazio Cassis.

Mit grosser Besorgnis verfolge man die jüngsten Entwicklungen rund um die Entscheidung der Vereinigten Staaten, ihre Beiträge an UN-Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation einzustellen und die Behörde für Entwicklungszusammenarbeit zu schliessen.

Dies habe dramatische Auswirkungen auf die weltweite Unterstützung der Ärmsten, schreiben die katholischen Hilfswerke Caritas Schweiz und Fastenaktion, die reformierte Organisation Heks sowie die Evangelisch-reformierte Kirche der Schweiz (EKS) und die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) in einem Offenen Brief an Bundesrat Ignazio Cassis.

Frauen, Kinder, Alte und Kranke betroffen

«Unzählige Programme in der humanitären Nothilfe und internationalen Zusammenarbeit laufen Gefahr, ihre Arbeit nicht mehr weiterführen zu können.» Die Folgen für Millionen Menschen wären fatal: Frauen, Kinder, Alte und Kranke sowie beeinträchtigte Menschen in den prekärsten Regionen der Welt. Hinzu kommt: «Dies geschieht zu einer Zeit, in der es weltweit so viele parallele Krisen und Konflikte gibt wie nie zuvor.»

Frau mit Kindern
Frau mit Kindern

HIV, Ebola und Malaria erfolgreich bekämpft

Die Hilfswerke und Kirchen machen auf den Erfolg der bisherigen humanitären Arbeit aufmerksam, die sie nun bedroht sehen. Die Uno und die internationale humanitäre Gemeinschaft gewährleisteten die lebensnotwendige Grundversorgung wie medizinische Hilfe, Nahrung, Wasser und Unterkunft. Zudem ermöglichten sie Millionen von Kindern den Zugang zu Bildung. Und: «Dank globaler Gesundheitskampagnen konnten Krankheiten wie HIV, Ebola und Malaria in den letzten Jahrzehnten wirksam bekämpft und Todesfälle reduziert werden.»

Die Weltgemeinschaft dürfe nicht schweigen, wenn die Ziele der Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung und die Bekämpfung der Armut auf dem Spiele stünden, heisst es weiter in dem Brief. Der Schweiz trage als Hüterin der Genfer Konventionen und Sitzstaat zentraler UN-Organisationen für humanitäre Angelegenheiten eine besondere Verantwortung. «Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Gelder radikal gestrichen, Menschenleben mutwillig gefährdet und Errungenschaften der Entwicklungszusammenarbeit zunichte gemacht werden.»

«Die humanistische Tradition unseres Landes verpflichtet uns, verpflichtet Sie, aktiv einzugreifen.»

Die Schweiz müsse jetzt handeln, «denn morgen kann es bereits zu spät sein», warnen die Hilfswerke und die Kirchen. «Die humanistische Tradition unseres Landes verpflichtet uns, verpflichtet Sie, aktiv einzugreifen», heisst es an die Adresse von Bundesrat Ignazio Cassis.

Charles Morerod hat für SBK Brief unterzeichnet

«Wir fordern Sie daher eindringlich auf, sich mit aller Kraft und Entschiedenheit auf diplomatischem Wege für den Erhalt der humanitären Strukturen, insbesondere der Uno einzusetzen.» Der Aussenminister solle sich zudem im Namen der Schweiz dafür stark machen, dass die wohlhabenden Länder ihre Verantwortung gegenüber den ärmsten Menschen der Welt wahrnehmen und die Entwicklungszusammenarbeit «nicht weiter ausgehöhlt» werde.

Bischof Charles Morerod
Bischof Charles Morerod

Von der Schweiz fordern die Verfasser des Briefes, eine «führende Rolle in diesem globalen Kraftakt» zu übernehmen. Für die SBK unterzeichnet hat den Brief ihr Präsident Bischof Charles Morerod. (bal)

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Bundesrat Ignazio Cassis soll diplomatisch aktiv werden, um den Kollaps der humanitären Hilfe zu verhindern. | © Youtube
13. Februar 2025 | 12:00
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