Regina Lynch ist geschäftsführende Präsidentin von "Kirche in Not (ACN)" International.
Schweiz

«Kirche in Not (ACN)» fordert Schutz aller Religionsgemeinschaften in Syrien

Das weltweite katholische Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» ist auch in Syrien engagiert. Nun fordert es von den dortigen neuen Machthabern und der internationalen Gemeinschaft «besonderen Schutz für religiöse Minderheiten».

Nach dem Sturz des Assad-Regimes hat bekanntlich eine von Islamisten angeführte Rebellenkoalition die syrische Hauptstadt Damaskus übernommen. Das wirkt sich auch auf die Tätigkeit von Entwicklungsorganisationen aus – etwa des katholischen Hilfswerks «Kirche in Not (ACN)», das einen Sitz in Luzern hat.

Bedenken bezüglich Religionsfreiheit

Zur aktuellen Situation nimmt Regina Lynch in einer Mitteilung Stellung. Die geschäftsführende Präsidentin von «Kirche in Not (ACN)» International erklärt: «Wir fordern sowohl die internationale Gemeinschaft als auch die neuen Machthaber in Syrien auf, den Schutz der Grundrechte aller Religionsgemeinschaften sicherzustellen und ihre Religionsfreiheit, ihre Bildungsfreiheit und ihr Recht auf ein Leben in Frieden zu garantieren.»

Die religiösen Minderheiten seien in den letzten Tagen von den Rebellen weitgehend respektiert worden seien, so Lynch. Sie gibt jedoch zu bedenken: «Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass die Religionsfreiheit in Zeiten der Instabilität in der Region stark eingeschränkt werden kann.»

Hilfswerk beobachtet die Lage

«Wir als Hilfswerk engagieren uns überall auf der Welt dafür, dass in jedem Staat die Religionsfreiheit respektiert wird», informiert das Hilfswerk auf Nachfrage von kath.ch. «So natürlich auch in Syrien – in einer Nach-Assad-Zeit. Wir werden genau beobachten, wie sich die neuen Machthaber gegenüber den Christen, aber auch anderen religiösen Minderheiten verhalten werden. Wir hoffen sehr, dass sie die Christen nicht nur respektieren, sondern auch erlauben, die christlichen Schulen und Einrichtungen weiter zu betreiben und die Freiheiten zu gewähren, die sie in den letzten Jahren hatten.»

Zerstörte Häuser in Syrien
Zerstörte Häuser in Syrien

Keine Partner zu Schaden gekommen

Mit den Projektpartnern in Syrien steht «Kirche in Not (ACN)» in ständigem Kontakt. «Wir sind dankbar, dass niemand von ihnen während des Umsturzes Schaden erlitten hat», so Lynch laut Mitteilung.

Das katholische Hilfswerk engagiere sich weiterhin bei den Hilfs- und Wiederaufbaubemühungen in Syrien, bekräftigt die Kirche-in-Not-Präsidentin. Es konzentriere sich darauf, «der am stärksten gefährdeten christlichen Minderheit grundlegende Hilfe, Bildung und spirituelle Unterstützung zu bieten und gleichzeitig Versöhnung und Hoffnung zu fördern.»

«Kirche in Not (ACN)» fordert laut Mitteilung «alle Menschen guten Willens» auf, im Gebet und in der Tat dazu beizutragen, «dass der Machtübergang zu Gerechtigkeit, Frieden und Würde für alle führt».

Starker Rückgang an Christinnen und Christen

Bis vor wenigen Jahren lebten in Syrien rund 2,5 Millionen Christinnen und Christen. Inzwischen sind es nur noch etwa 700’000, wie «Kirche in Not (ACN)» von der Ortskirche erfahren hat.

Das Hilfswerk unterstützt Christinnen und Christen in Syrien seit vielen Jahrzehnten. Seit Ausbruch des Krieges 2011 gehöre Syrien «zu den Top 10 Projektländern mit der meisten Unterstützung», heisst es auf Nachfrage von kath.ch. Über 1000 Projekte seien realisiert worden, darunter Milch für christliche Kinder und Studienbeiträge an christliche Studierende. Allein im Jahr 2023 belief sich ihre Projekthilfe in Syrien auf über sieben Millionen Franken, schreibt das Hilfswerk. (rp)

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Regina Lynch ist geschäftsführende Präsidentin von «Kirche in Not (ACN)» International. | © zVg
10. Dezember 2024 | 16:40
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