Schweizer Kardinal Tscherrig neu bei der Vatikanbank
Der Schweizer Kardinal Emil Paul Tscherrig gehört neu zur Spitze der Vatikanbank. Papst Franziskus hat ihn in die Aufsichtskommission des Finanzinstituts berufen.
Als Mitglied der Aufsichtskommission der Kardinäle gehört der ehemalige Vatikan-Diplomat Emil Paul Tscherrig aus dem Wallis neu zur sechsköpfigen Spitze der Vatikanbank IOR. Dieses Aufsichtsgremium wird vom Papst direkt ernannt.
Der 77-jährige Tscherrig wurde 2023 zum Kardinal berufen. Er ist auch Mitglied der Apostolischen Signatur, dem höchsten vatikanischen Gericht. Ausserdem gehört er dem Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, dem Dikasterium für die Bischöfe sowie der Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen im Dikasterium für die Evangelisierung an.
Die Aufsichtskommission des IOR ist das höchste Organ des päpstlichen Finanzinstituts. Sie ernennt den fünfköpfigen Aufsichtsrat und auf Empfehlung des Aufsichtsrats auch den Generaldirektor und den Vize-Generaldirektor.
Neuer Präsident der Kardinalskommission der Vatikanbank ist der Wiener Kardinal Christoph Schönborn. In einer ersten Stellungnahme, die das IOR am Freitag verbreitete, sagte Schönborn, er wolle «Professionalität, Transparenz und Einhaltung der internationalen Vorschriften» bei der Vatikanbank fördern.
Schönborn übernahm die Präsidentschaft des Gremiums von Kardinal Santos Abril y Castello, der dieses Amt zehn Jahre inne hatte. Seit 1995 ist er Erzbischof von Wien. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass er Anfang 2025 in den Ruhestand gehen wird. Seit 2014 ist er Mitglied der Kardinalskommission.
Überwiegend kirchliche Kunden
Das 1942 gegründete «Institut für die religiösen Werke» (IOR) verwaltet die Finanzen seiner Kunden, die überwiegend aus kirchlichen Institutionen, Ordensgemeinschaften und am Vatikan akkreditierten Diplomaten bestehen. Es gehört nicht zur vatikanischen Kurie. Seine Erträge stellt es dem Papst zur Verfügung.
Anders als die meisten Banken vergibt das IOR keine Kredite. In der Vergangenheit geriet das Institut durch Geldwäscheverdacht in Kritik. Seit 2010 gab es mehrere Reformschritte, die mehr Transparenz schaffen sollten. (cic)
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