Papst brüskiert Frauen: Klares Nein zur Frauenweihe
Zu Beginn der letzten Woche der Weltsynode lässt Papst Franziskus eine Bombe platzen: ein klares Nein zum Frauendiakonat. «Die Zeit ist nicht reif», liess er über Kardinal Victor Fernandez ausrichten. Hoffnungen platzen.
Christian Maurer
Mit diesem Paukenschlag erteilt Papst Franziskus der Weihe von Frauen zu Diakoninnen oder gar Priesterinnen eine klare Absage. Alle Hoffnungen, dass das von der Weltsynode offiziell ferngehaltene Thema dank des Drucks der Frauen doch noch debattiert wird, sind zerschlagen.
In der Mitteilung, die Franziskus am Rand der Weltsynode am Montag in Rom durch seinen Vertrauten, Kardinal Fernandez, Präfekt des Dikasteriums für Glaubensfragen, veröffentlichen liess, heisst es wörtlich: «Der Papst hat zum Ausdruck gebracht, dass zum jetzigen Zeitpunkt die Frage des weiblichen Diakonats noch nicht ausgereift ist. Er hat darum gebeten, dass wir uns nicht mit dieser Möglichkeit befassen.»
Noch am Samstag war etwas Hoffnung gekeimt, dass es doch noch vorwärts gehen könnte mit der Frauenfrage während der Weltsynode. Dass der Pontifex sich der Anliegen der Frauen annehmen und vielleicht sogar ein Machtwort sprechen möge.
Nur Schall und Rauch
Papst Franziskus hatte ausschliesslich weibliche Synodalen zu einer ausserplanmässigen Audienz empfangen. Zuvor hatte Kardinal Fernandez die Frauen mit seiner Abwesenheit an einer Aussprache zur Frauenfrage brüskiert.
Offenbar war die Papstaudienz für die Frauen doch nur Schall und Rauch. Eine Beruhigungspille. Das ist eine schlechte Voraussetzung für das nächste Treffen der Arbeitsgruppe zur Frauenfrage, das Kardinal Fernandez für den kommenden Donnerstag – mit seiner persönlichen Anwesenheit – angekündigt hat. Worüber soll dort noch gesprochen werden?
Kommt noch die Pirouette?
Das Thema Frauen-Diakonat sollte ursprünglich auch bei der seit drei Wochen laufenden Weltsynode behandelt werden. Franziskus entschied vorab jedoch, diese Frage wie andere strittige Themen in Arbeitsgruppen auszulagern, was zu Unmut und Protesten führte. Ohne Erfolg, wie man heute sieht.
Denn das Njet des Papstes zur Freuenweihe fiel ausserordentlich deutlich aus und lässt keinen Spielraum mehr für weitere Diskussionen in naher Zukunft. Ausser Franziskus vollführt eine weitere Kehrtwendung in Form einer anderthalbfachen Pirouette. Das letzte Wort an der Weltsynode hat allein der Papst. Und er hat auch schon überrascht.
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