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Katholische Kirche erhält vom Kanton Waadt 30 Millionen Franken

Die katholische Kirche im Kanton Waadt wird für das Jahr 2025 einen Zuschuss von 30,2 Millionen Franken bekommen. Die am 2. Juli unterzeichnete Vereinbarung zwischen der FEDEC-VD und dem Staat legt die Verwendung dieser Gelder für «die Mission im Dienste aller» genauer fest. Auszüge aus einem umfangreichen Katalog.

Seit 2003 sieht die Verfassung des Kantons Waadt vor, dass der Staat die Mittel sicherstellt, die für die Erfüllung des Auftrags «im Dienste aller» der Evangelisch-reformierten Kirche im Kanton Waadt (EERV) und der Kirchlichen Föderation der römisch-katholischen Kirche im Kanton Waadt (FEDEC-VD) notwendig sind.

Idylle: der Genfersee.
Idylle: der Genfersee.

Diese Mittel werden in Form eines jährlichen Zuschusses gewährt, der im Rahmen einer zwischen dem Staat und jeder der Kirchen unterzeichneten Vereinbarung ausgezahlt wird, die alle fünf Jahre erneuert wird. Der nächste Zeitraum umfasst die Jahre 2025 bis 2029.

Genauere Beschreibung der Aufgaben

«Die Beschreibung der Aufgaben ist feiner», kommentiert Jean-Luc Schwaar, Generaldirektor für institutionelle Angelegenheiten und Gemeinden des Kantons Waadt, gegenüber der Zeitung «24 Heures». Dies ermögliche eine bessere Überwachung seitens des Kantons, aber auch eine Hervorhebung dessen, was die Kirchen heute tun.

Bischof Charles Morerod
Bischof Charles Morerod

«Ein Teil der Bevölkerung bringt sie vor allem mit Ämtern in Verbindung, die nicht mehr viele Menschen anziehen. Warum sollten sie also subventioniert werden? Man muss zeigen, dass sie auf viel breiterer Basis aktiv sind.»

Gemeinschaftliches und kultisches Leben

Das Gemeinde- und Kultusleben beansprucht auf katholischer Seite 21,2 Prozent der kantonalen Subventionen. Die katholische Kirche sei besonders aktiv für den sozialen Zusammenhalt. Mit einem flächendeckenden Pfarreiennetz bietet sie Räume und Zeiten der Begegnung für alle und jeden, so die FEDEC-VD. Die Kirche ermutigt und fördert das freiwillige Engagement in den zahlreichen Bereichen und vervielfacht so die Wirksamkeit der Tätigkeit ihrer bezahlten Mitarbeiter.

Taufschale mit Becher und Chrisamöl
Taufschale mit Becher und Chrisamöl

Der kultische Bereich umfasst die Organisation von religiösen Feiern. Messen, Gebetszeiten und Sakramentenfeiern regen zum Nachdenken und zum persönlichen Gebet an, ermöglichen aber auch die Aufrechterhaltung sozialer Bindungen zwischen den Gemeindemitgliedern. Religiöse Feiern an den grossen christlichen Feiertagen sind ebenfalls eine Gelegenheit, ein breiteres Publikum zusammenzubringen, das diese Abschnitte des Jahres und des Lebens markieren möchte.

Die katholische Kirche hat ausserdem die Besonderheit, dass sie Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt zusammenführt, darunter auch viele Migranten. Für die fremdsprachige Bevölkerung, die unter anderem Portugiesisch, Spanisch oder Englisch spricht, wird eine spezielle Pastoral eingesetzt. Dieser Empfang ist ein wichtiger Integrationsfaktor für Ausländer.

Gesundheit und Solidarität

Der zweite grosse Tätigkeitsbereich der katholischen Kirche ist der Bereich Gesundheit und Solidarität, für den 27,2 Prozent des Kantonsbeitrags verwendet werden. Gemeinsam mit den Reformierten stellt die Kirche in sehr vielen Spitälern und Altersheimen des Kantons einen Seelsorgedienst sicher.

Ein Engel-Fenster in der Kapelle eines Spitals
Ein Engel-Fenster in der Kapelle eines Spitals

Im Bereich der Solidarität ist die katholische Kirche bei den Bedürftigsten präsent. Sie bietet Sprechstunden und Anlaufstellen an, um Menschen in prekären Situationen zu helfen, aus ihrem Status herauszukommen. Die Caritas Waadt, die Mitglied der FEDEC-VD ist, ermöglicht es, Menschen in Not konkrete Hilfe zu leisten und die Armut zu bekämpfen.

Die katholische und die reformierte Kirche stellen darüber hinaus die Seelsorge in den meisten Gefängnissen des Kantons sicher.

Kommunikation und Dialog

Der Anteil des Zuschusses für Kommunikation und Dialog beträgt 5,8 Prozent. Die Kommunikation wird auf Pfarrei- und Kantonsebene mit dem Dienst Kommunikation organisiert. Auf der Ebene der Romandie beteiligt sich die FEDEC – über die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) – an der Finanzierung des Centre catholique des médias in Lausanne, das das Portal cath.ch und die Sendungen von RTSreligion betreibt. Traditionell ist der ökumenische Dialog im Kanton Waadt besonders stark ausgeprägt.

Ausbildung und Begleitung

Mit 30 Prozent der Subventionen nimmt der Bereich Bildung und Betreuung den grössten Teil der kantonalen Subventionen in Anspruch. In Zusammenarbeit mit der EERV betreibt die katholische Kirche Seelsorge in zahlreichen Einrichtungen der postobligatorischen Bildung, der Hochschulbildung und in Sondereinrichtungen.

Bischof Jean-Marie Lovey war am Freitag beim ökumenischen Friedensgebet im Berner Münster.
Bischof Jean-Marie Lovey war am Freitag beim ökumenischen Friedensgebet im Berner Münster.

Die reformierte und die katholische Kirche haben das Emergency Support Team (ESU) eingerichtet, das auf Anruf der Kantonspolizei eingreift, um Personen, die Opfer oder Zeugen einer Gewaltsituation sind, zu unterstützen und zu begleiten. Die ökumenische Seelsorge für die Arbeitswelt bietet Unterstützung für Menschen, die im beruflichen Bereich Krisen durchleben.

Die katholische Kirche bietet zudem eine grosse Vielfalt an Aktivitäten für Kinder und Jugendliche an. Die christliche Bildung und Initiation durch die Katechese und die Vorbereitung auf die Sakramente nehmen einen wichtigen Platz ein.

Allgemeine Dienste

Um das Ganze am Laufen zu halten, hat die FECDEC-VD zentrale Dienste eingerichtet, auf die knapp 10 Prozent des Budgets entfallen. Die Föderation übernimmt alle administrativen, finanziellen und gesetzlichen Funktionen, insbesondere indem sie die Aufgabe des Arbeitgebers wahrnimmt. Sie verwaltet das Personalwesen, die Buchhaltung, die Gebäude und die Informatik.

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Die FEDEC-VD trägt zudem mit einem jährlichen Betrag von 850’000 Franken zum Betrieb der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg bei. Sie vergibt Ausbildungsstipendien und trägt zur Finanzierung des Centre catholique romand de formations en Eglise (CCRFE) in Freiburg bei.

Schliesslich trägt sie zur Finanzierung der kirchlichen Aufgaben auf schweizerischer Ebene bei, indem sie sich mit 755’000 Franken an der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) beteiligt. (cath.ch/com/mp)


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1. August 2024 | 17:00
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