Die Ökumenische Jury am Filmfestival Locarno ist komplett
Die Ökumenische Jury der Kirchen am 77. Locarno Film Festival steht fest: Douglas Fahleson aus Irland übernimmt das Präsidium. Ihm zur Seite stehen María Teresa Téramo aus Argentinien, Anita Uzulniece aus Lettland und Dirk von Jutrczenka aus Deutschland. Die Ökumenische Jury vergibt einen Preis, der mit 10›000 Franken dotiert ist.
Die Ökumenische Jury ist vom Festival eingeladen, arbeitet jedoch unabhängig und wählt nach eigenen Kriterien, wie die Festivaldelegierten von der Trägerschaft SIGNIS und INTERFILM betonen. Sie begutachtet die 17 Filme im «Internationalen Wettbewerb» des Programms. Aus diesen Werken wählt die Jury ihren Preisträger oder Preisträgerin. Das Preisgeld wird von den Reformierten Kirchen und der Katholischen Kirche der Schweiz zur Verfügung gestellt.
Douglas P. Fahleson ist Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. Er kommt aus Dublin, Irland. Er war Mitglied in verschiedenen kirchlichen Jurys bei internationalen Filmfestivals in Berlin, Cannes und Locarno. Somit bringt er reichhaltige Erfahrung in der Juryarbeit mit. Er ist auch als Filmkritiker tätig. Seit 2013 ist Fahleson Delegierter von SIGNIS Europa und engagiert sich für Filmfestivals und TV-Seminare von SIGNIS, der internationalen katholischen Organisation für Medien und Kommunikation.
Mit der Herkunft aus Argentinien, Deutschland, Irland und Lettland ist die diesjährige Ökumenische Jury von Locarno international besetzt. Den weitesten Weg macht María Teresa Téramo aus Buenos Aires. Sie ist zum ersten Mal am Locarno Film Festival. Téramo promovierte in Informationswissenschaften an der Universität La Laguna (Spanien) und erwarb einen Abschluss in Philologie an der Universidad Católica Argentina (UCA), wo sie akademische Koordinatorin des Masterstudiengangs Audiovisuelle Kommunikation und Professorin der Abteilung für Kommunikation ist.
Anita Uzulniece studierte Germanistik an der Staatlichen Universität von Lettland und Filmwissenschaften am Filminstitut in Moskau. Zusätzliche Studien ermöglichten ihr eine Dissertation über den Dokumentarfilm 1960-80 in Lettland. Sie ist Mitverfasserin der «Filmgeschichte in Lettland» und Dozentin für Filmgeschichte. Als Filmkritikerin schreibt sie über Filme und veröffentlicht Rezensionen und Festivalberichte. Sie war Mitglied mehrerer FIPRESCI- und INTERFILM-Jurys sowie Ökumenischer Jurys in Berlin, Cottbus, Karlovy Vary, Locarno, Cannes und Montréal.
Dirk von Jutrczenka ist Pastor und Leiter des «forum Kirche Bremen» und des Fachbereichs «Religionspädagogik und Medien». Er studierte sowohl evangelische Theologie als auch Sozialwissenschaften und Pädagogik (M.A.) in Göttingen und Birmingham. Er ist Mitbegründer der Arbeitskreise Kirche und Film (Hannover) und Kirche und Kino (Bremen). Jutrczenka ist Mitglied bei INTERFILM seit 2004 und arbeitet ehrenamtlich im Vorstand von Interfilm Deutschland.
Die Jury wählt ein Werk aus dem «Internationalen Wettbewerb», aus dem auch der Goldene Leopard gekürt wird. An der Preisverleihung vom 17. August 2024 im «Spazio Cinema» in Locarno überreicht die Ökumenische Jury ihren Preis persönlich an die Filmschaffenden. Das Festival dauert vom 7. bis 17. August 2024.
Die Ökumenische Jury verleiht ihren Preis an Regisseurinnen und Regisseure, die die Zuschauenden mit ihrem künstlerischen Talent für religiöse, menschliche und soziale Werte zu sensibilisieren vermögen. Die Jury prämiert kreative Filmschaffende, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und Respekt einsetzen und in deren Werk eine spirituelle Dimension spürbar ist.
Erstmals gab es im Jahr 1973 eine Ökumenische Jury an einem internationalen Filmfestival. Locarno ist also das erste Festival, das die christlichen Filmorganisationen in einer Jury zusammenführte.
Im vergangenen Jahr hat der junge italienische Regisseur Simone Bozzelli den Ökumenischen Preis mit seinem Film «Patagonia» gewonnen. Zudem feierte die Jury im Jahr 2023 ihr 50. Jubiläum am Locarno Film Festival und Verlieh einen Ehrenpreis an den international renommierten Regisseur István Szabó. (kath.ch)
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