Äbtissin Rut-Maria Buschor vom Frauenkloster St. Andreas in Sarnen.
Schweiz

Schwester Rut-Maria Buschor hofft auf einen Sieg der Nati: «Ich werde manchmal nervöser als die Spieler auf dem Platz»

Heute Abend muss bei der Fussballeuropameisterschaft die Schweiz gegen Italien antreten – eine schwere Aufgabe. Schwester Rut-Maria Buschor, Äbtissin des Frauenklosters Sarnen, ist seit Jahren ein grosser Fussballfan und eine profunde Expertin. Bisher hat sie alle Spiele der Nati am Fernsehen im Kloster angeschaut – ganz alleine. Sie drückt der Schweiz die Daumen.

Wolfgang Holz

Schwester Rut Buschor, wie haben Sie bisher die Spiele der Schweizer Nati an der Fussball-Europameisterschaft erlebt?

Schwester Rut-Maria Buschor: Am Anfang war das Feuer nicht da; aber nach dem Startsieg gegen Ungarn, fing ich Feuer. Für mich sind aber nicht nur die Spiele der Schweizer Nati interessant, sondern ich versuche hin und wieder auch einen Teil der Spiele der anderen Teams anzuschauen. Schön, dass es mit dem Weiterkommen geklappt hat.

Konnten Sie alle Spiele im Kloster live gucken – oder ist das schwierig?

Buschor: In der Vorrunde war es einfach, weil die Schweizer Spiele so angesetzt waren, dass sie nicht unseren Tagesplan von Gebet und Mahlzeiten durchkreuzten. Deshalb konnte ich die Spiele teilweise live anschauen. Ich werde dann manchmal nervöser als die Spieler auf dem Platz. Daher widme ich mich zwischendurch wieder anderen Aufgaben, um dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder zuzuschauen. Das Spiel gegen Italien findet heute leider zu einem ungünstigen Zeitpunkt statt, da das Abendessen wie auch eine Gebetszeit in die Spielzeit fällt. Aber ich kann gut damit leben und mich dann auch noch nachträglich freuen…

"Die Tor macht weit": Äbtissin Rut M. Buschor vom Frauenkloster Sarnen.
"Die Tor macht weit": Äbtissin Rut M. Buschor vom Frauenkloster Sarnen.

Schauen Sie die Spiele alleine an oder haben Sie auch Mitschwestern, die die Spiele mit Ihnen verfolgen?

Buschor: Bis jetzt habe ich die Spiele alleine verfolgt. Ich finde es nicht immer einfach, mit jemandem Fussball zu schauen, der nicht so viel vom Spiel versteht. Es könnte aber sein, wenn es für die Schweizer weiter geht, und es die Anspielzeit dann erlaubt, dass wir noch ein Spiel zusammen schauen können.

«Ich drücke die Daumen und hoffe auf einen Sieg; im Fall einer Niederlage folgt eine kurze Enttäuschung, und dann geht das Leben weiter, und die nächste Chance kommt ja bestimmt wieder.»

Haben Sie schon für die Nati gebetet oder drücken Sie der Mannschaft einfach den Daumen?

Buschor: Ich bete grundsätzlich nicht für einen Sieg. Das mache ich auch bei meinem Lieblingsclub, dem FC St. Gallen, so. Ich drücke die Daumen und hoffe auf einen Sieg; im Fall einer Niederlage folgt eine kurze Enttäuschung, und dann geht das Leben weiter, und die nächste Chance kommt ja bestimmt wieder.

Gewinnt heute Abend die Schweiz gegen Italien?

Buschor: Ich hoffe es, aber die Italiener sind trotz der schwachen Leistung in der Vorrunde nicht zu unterschätzen. Die können für einen kurzen Augenblick den «Turbo» aufdrehen und das Spiel wenden. Für mich sind sie eine Turniermannschaft, die weiss, wann es darauf ankommt.

Gleich drei Kreuze: Sr. Rut M. Buschor hat auch einen Nati-Fanschal.
Gleich drei Kreuze: Sr. Rut M. Buschor hat auch einen Nati-Fanschal.

«Favoriten sind die Schweizer für mich nicht.»

Könnte die Nati Ihrer Meinung nach Europameister werden, oder welche Mannschaft ist Ihr Favorit?

Buschor: Als Fan hofft man immer, dass sein Team gewinnt und Europameister wird; aber Favoriten sind die Schweizer für mich nicht. Vom Herzen her wünschte ich es mir für England, die haben aber in der Vorrunde ebenfalls nicht überzeugt. Als Überraschungsteam mit attraktivem Fussball haben mich die Österreicher überrascht. In einer Favoritenrolle sehe ich die Spanier, denen habe ich sehr gerne zugeschaut.

*Die Schweizer Nati spielt heute um 18 Uhr im Achtelfinal in der k.O.-Runde der Fussball-Europameisterschaft gegen Italien.

Anzeige ↓ Anzeige ↑

Äbtissin Rut-Maria Buschor vom Frauenkloster St. Andreas in Sarnen. | © Wolfgang Holz
29. Juni 2024 | 16:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!