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«Franziskus› Kirchenkurs des Konzils muss unumkehrbar werden»

Medienmitteilung

Wir sind Kirche zum elften Jahrestag der Wahl von Papst Franziskus am 13. März 2024.

Pressemitteilung Rom, München, Innsbruck 10. März 2024

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche appelliert anlässlich des elften Jahrestages der Wahl von Papst Franziskus sowohl an das gesamte Kirchenvolk wie auch an die Kirchenleitungen auf allen Ebenen, dem von Franziskus eingeleiteten, dringend notwendigen Reformkurs gegen alle Widerstände auch im Vatikan treu zu bleiben und diesen fortzuführen. In seiner Rede im Vorkonklave hatte Kardinal Bergoglio zu einer radikalen Neuorientierung der Kirche nach innen wie nach außen aufgerufen. Diesen radikalen Richtungswechsel, für den er von den Kardinälen gewählt worden ist, erleben wir derzeit in seinen Anfängen.

In den bisherigen elf Jahren seines Pontifikats hat Papst Franziskus die römisch-katholische Weltkirche wieder auf den theologischen Kurs des Zweiten Vatikanischen Konzils gebracht, den seine beiden Vorgänger in sträflicher Weise verlassen hatten. Dieser dringend notwendige Reformkurs, zu dem im Besonderen auch der von Franziskus angestoßene weltweite Synodale Prozess 2021 bis 2024 gehört, muss ohne Wenn und Aber weitergeführt werden, damit er unumkehrbar wird. 

Wiedereinübung von Synodalität

Die derzeitige aggressive Polarisierung innerhalb der Kirche zeigt, wie wichtig die Wiedereinübung von Synodalität als kirchliche Lebens- und Leitungsform ist, die es in der frühen Kirche gab, die Papst Paul VI. 1965 nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil für die Bischöfe aufgegriffen und die Papst Franziskus mit der Weltsynode 2021 bis 2024 auf das gesamte Kirchenvolk ausgeweitet hat.

Der Reformprozess von Papst Franziskus hat unsere Kirche bereits grundlegend verändert. Aber, die Kirchenkrise ist noch lange nicht überwunden und es gibt starke Widerstände gegen den Reformkurs von Papst Franziskus, wie sie früher nicht vorstellbar waren. Jetzt gilt es, diese Spannungen auszuhalten und Spaltungen zu überwinden, wenn unsere Kirche wahrhaft katholisch, das heißt umfassend, sein will.

Theologie und Kirchenrecht weiterentwickeln

Die Enthüllungen über geistliche und sexualisierte Gewalt und deren Vertuschung erschüttern die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche in immer mehr Ländern. Dies erfordert es, die systemischen Risiken anzugehen: den Missbrauch klerikaler Macht, die Unterordnung von Frauen und eine überholte Sexuallehre. Dies alles muss theologisch und kirchenrechtlich weiterentwickelt werden. Echte Teilhabe bedeutet: nicht nur beraten, sondern auch mitentscheiden! Und zwar auf allen Ebenen. Dabei müssen dezentrale Lösungen möglich werden.

Wie Franziskus sind wir der Auffassung, «dass wir nicht nur in einer Zeit der Veränderungen leben, sondern vielmehr in einer Zeitenwende, die neue und alte Fragen aufwirft, angesichts derer eine Auseinandersetzung berechtigt und notwendig ist» (Brief an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland, 29.6.2019).

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Quelle: Wir sind Kirche
11. März 2024 | 08:35