Einsiedeln verabschiedet sich von verstorbenem Welttheater-Komponisten Bruno Amstad
Bis zuletzt arbeitete er an der Jubiläumsproduktion des Welttheaters Einsiedeln mit: Der bekannte Luzerner Musiker und Vokalkünstler Bruno Amstad ist mit 59 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben. In Einsiedeln wurde er im Rahmen einer grossen Feier verabschiedet.
Wolfgang Holz
Hatte er eine Vorahnung? Man könnte es meinen. Traurige Gewissheit ist: Am Tag, an dem der krebskranke Bruno Amstad aus dem Leben schied, hatte der 59-Jährige am Morgen noch an die Chorleitung seine Musik und seine Gesänge, die er für das Welttheater komponiert hatte, verschickt.
«Am Abend ist er dann verstorben», berichtet Peter Lüthi, Kommunikationsverantwortlicher der Welttheatergesellschaft in Einsiedeln, gegenüber kath.ch.
Im Juni startet Welttheater
Am 11. Juni startet in Einsiedeln das durch die Corona-Epidemie verschobene Welttheater. Der berühmte schweizerische Romanautor Lukas Bärfuss konnte als Dramaturg gewonnen werden. Der bekannte Musiker Bruno Amstad war seit eineinhalb Jahren für die musikalische Leitung zuständig.
«Er hat zahlreiche Gesänge komponiert ebenso verschiedene Orchesterelemente, Märsche, beschwingte Rhythmen, Stimmungen», beschreibt Lüthi, was die Zuschauer musikalisch am Welttheater erwartet. Er habe viel mit Synthesizer und vor allem mit seiner aussergewöhnlichen Stimme gearbeitet. Musikalisch gesehen war Bruno Amstad ein Selfmade-Ausnahmetalent.
Stimmkünstler und Komponist
Seine bisher einzige CD «Tiniest sparks but enormously hip» (deutsch: «Kleinste Funken, aber enorm hip») gibt mit ihren innigen World-Facetten nur einen kleinen Ausschnitt aus seinem Kosmos stimmlicher Ausdrucksmöglichkeiten.
Der 59-jährige Sänger, Stimmkünstler und Komponist, stammte aus der Innerschweiz und hatte seine musikalischen Wurzeln in der Rockmusik, Soul und Funk. Später widmete er sich vermehrt dem Jazz und der improvisierten Musik. Fasziniert von der Musik und den Gesängen anderer Kulturen arbeitete Amstad auch immer wieder mit Musikern aus der ganzen Welt zusammen.
Autodidaktisch Gesangstechniken erarbeitet
Aus Mangel an Gesangslehrern erarbeitete er sich verschiedene Gesangstechniken autodidaktisch. Das Experimentieren mit der Stimme ist dadurch zu einem festen Bestandteil in Amstads Schaffen geworden. Inspiriert durch ethnische Gesänge aus verschiedensten Kulturen entwickelte Amstad bald eine eigene Sprache und somit seinen unverkennbaren Stil.
Unter anderem verbrachte er Zeit in Indien, Vietnam, Afrika und Südamerika und spielte Konzerte in über 50 Ländern. Theatererfahrung sammelte Amstad als Komponist und musikalischer Leiter an den Freilichtspielen Andermatt (2013), als Co-Komponist und Sänger bei «Cyclopé», einem artistischen Musikspektakel frei nach Jean Tinguely. Auch arbeitete Amstad seit Jahren an Projekten der Werkstatt für Theater von Livio Andreina.
Mehrere Preise erhalten
Amstad erhielt 1995 den Werkbeitrag der Stadt Luzern, 1999 den Anerkennungspreis der Stadt Luzern, 2008 den Kulturpreis der Stadt Kriens und gewann 2004 den ZKB Jazzpreis.
«Am Dienstagabend hat sich Einsiedeln im Rahmen einer grossen Feier von Bruno Amstad verabschiedet», berichtet Peter Lüthi gegenüber kath.ch. 150 bis 200 Personen seien zugegen gewesen, darunter auch Abt Urban.
Die Musik von Bruno Amstad ist und bleibt unsterblich und wird im Juni posthum am Welttheater zu erleben sein.
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