Stefan Loppacher: «Ich führe kein Doppelleben, sondern stehe zu meiner Partnerin»
Der katholische Priester Stefan Loppacher hat 2019 das letzte Mal eine Messe gefeiert. Der Grund: Er lernte eine Frau kennen. Sein Priesteramt hatte den Experten für Missbrauch in der katholischen Kirche allerdings bereits Jahre zuvor belastet.
«Ich war 2019 in Deutschland in den Ferien. Im Speisesaal des Hotels gab es einen Tisch für alle Gäste, die ein Einzelzimmer gebucht hatten. Am ersten Abend waren drei Männer am Tisch, am zweiten Abend kam meine jetzige Partnerin hinzu. (…) Im selben Jahr habe ich aufgehört, als Priester zu arbeiten. Ich führe kein Doppelleben, sondern stehe zu meiner Partnerin.»
Das sagt Stefan Loppacher im Gespräch mit dem «Sonntagsblick». Seine Distanzierung vom Priesteramt hat aber auch andere Gründe, wie er ausführt: «Seit 2012 habe ich das Priestersein nur noch so mitgeschleppt. 2019 habe ich zum letzten Mal eine Messe gefeiert. Ich konnte einfach nicht mehr. Ich habe in zu viele Abgründe blicken müssen – persönlich und durch meine Tätigkeiten in der Missbrauchsthematik.» Loppacher ist Geschäftsführer des Fachgremiums sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld der Schweizer Bischofskonferenz und Präventionsbeauftragter des Bistums Chur. Weiter erzählt er, dass er als junger Student spirituellen Machtmissbrauch erlebt hat – als Mitglied der Servi della Sofferenza, der «Diener des Leidens». Dabei sei er gezwungen worden, ihnen sein ganzes Vermögen zu überschreiben. Ein Therapeut half ihm, von Selbstmordgedanken wegzukommen. Und es gelang ihm, sein Geld teilweise wieder zurückzubekommen. (rp)
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