Ruedi Beck
Schweiz

Pfarreileitung adieu: Ruedi Beck will vermehrt Priester und Seelsorger sein

Der Pfarrer der Hofkirche St. Leodegar Luzern gibt die Pfarreileitung ab. Fortan wolle er sich vermehrt seiner geistlichen Berufung widmen, sagt Ruedi Beck (59). An der Hofkirche und in Altersheimen. «Das Älterwerden kommt mir auch persönlich näher.»

Regula Pfeifer

Sie wechseln in der Hofkirche Luzern von der Pfarreileitung zum leitenden Priester. Was erhoffen Sie sich davon?

Ruedi Beck: Ich erhoffe mir davon vor allem mehr Zeit für meine geistliche Berufung. Im Moment arbeite ich zu 60 Prozent an der Hofkirche. Die Hälfte der Zeit verwende ich, um Leitungs- und administrative Arbeit zu erledigen.

Nicht nur Priester teilen die Kommunion aus.
Nicht nur Priester teilen die Kommunion aus.

Inwiefern hinderte Sie die Leitungsposition an Ihrer geistlichen Berufung?

Beck: Es fehlte mir einfach die Zeit, um als Priester und Seelsorger tätig zu sein. Je länger ich an der Hofkirche tätig bin, umso mehr Menschen kenne ich. Und diese wünschen manchmal ein seelsorgerliches Gespräch, für das ich auch Zeit haben möchte.

«Auf die Pfarreileitung war ich bestens vorbereitet.»

Wie waren Sie als Priester vorbereitet auf die Leitungsfunktion?

Beck: Ja, selbstverständlich, das ist nicht das Problem. Ich arbeite seit Jahren als Priester in leitender Position und hatte mich auch entsprechend ausbilden lassen. Auf die Pfarreileitung an der Hofkirche war ich also bestens vorbereitet.

Hofkirche St. Leodegar in Luzern mit Schweizer Fahne.
Hofkirche St. Leodegar in Luzern mit Schweizer Fahne.

«Ich werde als Priester weiterhin hauptsächlich an der Hofkirche tätig sein.»

Wofür möchten Sie die freiwerdende Arbeitszeit ab August einsetzen? Im Reusshaus oder in der Fokolargemeinschaft?

Beck: Ich werde als Priester weiterhin hauptsächlich an der Hofkirche tätig sein und für die Menschen da sein. Zudem werde ich weitere priesterliche Dienste wahrnehmen. Insbesondere werde ich in den Altersheimen Dienste von einem Priester übernehmen, der pensioniert wird. Ich werde bald 60. Da kommt mir das Älterwerden auch persönlich näher.

Sie machen damit den Leitungsposten an der Hofkirche erstmals frei für eine Theologin, einen Theologen ohne Weihe. Wie sehen Sie das?

Beck: Das ist für uns im Bistum Basel ganz normal. Die Mehrheit der Pfarreien werden in einer Co-Leitung von Seelsorgerin beziehungsweise Seelsorger und Pfarrer geleitet.

Seit sieben Jahren an der Hofkirche

Pfarrer Ruedi Beck leitet seit September 2016 die Pfarrei St. Leodegar in Luzern. Das ist die sogenannte Hofkirche in der Stadt Luzern. Nun tritt er zurück und übernimmt per Anfang August die Stelle als leitender Priester derselben Pfarrei. Ruedi Beck ist von Amtes wegen auch Chorherr im Kollegiatstift St. Leodegar. Für die Pfarreileitung sucht das Bistum nun eine neue Person. Eine interne Bewerbung liege vor, heisst es in der «Luzerner Zeitung».

Pfarrer Ruedi Beck nach seinem Amtsantritt an der Hofkirche Luzern, 2016
Pfarrer Ruedi Beck nach seinem Amtsantritt an der Hofkirche Luzern, 2016

Vor seinem Antritt an der Hofkirche Luzern war Beck in Basel tätig, als Pfarrer von St. Joseph-St. Christophorus und St. Clara sowie als Pastoralraumpfarrer von Kleinbasel-Riehen/Bettingen. Er war auch Domherr des Kantons Basel-Stadt und Co-Dekan. In Basel pflegte er eine gute Zusammenarbeit mit einer muslimischen Gemeinschaft. (rp)


Ruedi Beck | © Vera Rüttimann
16. Juni 2023 | 13:51
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