Vatikan
Bundesrat Cassis spricht im Vatikan über Bischofsernennung in Lugano
Der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis führt im Vatikan Gespräche über die künftigen Bischofsernennungen in der Diözese Lugano. Darüber werde er am Donnerstag mit dem Aussenbeauftragten des Vatikans, Erzbischof Paul Gallagher, reden, sagte Cassis.
Die Aussage machte Bundesrat Cassis am Mittwochabend in Rom nach der Einweihung der Schweizer Botschaft am Heiligen Stuhl. Es gehe unter anderem darum «einfach zu begreifen, wie wir verfahren sollen.» Das Aussenministerium warte allerdings noch auf eine Stellungnahme des Kantons Tessin, so Cassis.
Das Abkommen
Ein Abkommen zwischen dem Schweizer Bundesrat und dem Vatikan aus dem Jahr 1968 legt fest, dass der Bischof von Lugano aus dem Tessiner Priesterstand stammen muss. Seit dem überraschenden Rücktritt von Bischof Valerio Lazzeri im vergangenen Oktober wird die Diözese Lugano von Alain de Raemy, Weihbischof von Lausanne, Genf und Freiburg, geleitet.
Alain de Raemy beliebt im Tessin
Der 64-jährige Westschweizer, der in Spanien aufwuchs, kommt bei den Katholiken im Tessin gut an. Doch definitiv Bischof werden darf er aufgrund des Abkommens nicht. Für nun laut gewordene Forderungen, die Regel zu ändern, zeigte sich Cassis bislang aufgeschlossen.
Der Aussenminister ist seit Donnerstag zu einem dreitägigen Arbeitsbesuch in Rom. Neben Vatikan-Vertretern trifft er den italienischen Aussenminister Antonio Tajani sowie Wirtschafts- und Finanzminister Giancarlo Giorgetti. (cic)
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