Marko Ivan Rupnik, Künstler und Priester.
International

Jesuitenorden verschärft Auflagen gegen Pater Rupnik

Dem slowenischen Priester und Mosaikkünstler Marko Rupnik sind ab sofort öffentliche Auftritte verboten. Diese Verschärfung der disziplinarischen Massnahmen beschloss der Jesuitenorden nach Anhörung zahlreicher Zeugen.

Wie der zuständige Ordensobere, der belgische Pater Johan Verschueren, am Dienstag in Rom mitteilte, darf Rupnik ab sofort nicht mehr als Künstler öffentlich tätig werden. In einer früheren Anordnung im Jahr 2022 hatte der Orden ihm bereits untersagt, öffentlich sein Priesteramt auszuüben oder sich öffentlich zu äussern. Auch darf er die Region Latium nicht verlassen.

Geistlicher Missbrauch und sexuelle Belästigung

Aus der am Dienstagmorgen verbreiteten Erklärung geht hervor, dass Rupnik von zahlreichen Zeugen glaubhaft beschuldigt wurde, er habe sie «geistlich missbraucht, psychologisch missbraucht oder sie sexuell belästigt».

Papst Franziskus betrachtet 2018 ein Mosaik von Marko Rupnik in Genf.
Papst Franziskus betrachtet 2018 ein Mosaik von Marko Rupnik in Genf.

Die Berichte bezögen sich auf Vorfälle, die sich zwischen Mitte der 1980er Jahre und dem Jahr 2018 ereigneten. Die Vorwürfe kämen aus dem Umkreis der von Rupnik gegründeten «Loyola-Kommunität» in Slowenien, von Einzelpersonen, sowie von Menschen im Umfeld der von Rupnik geleiteten römischen Mosaik-Werkstatt «Centro Aletti».

Keine Straftaten gemäss Kirchenrecht

Laut Verschueren sind die Taten, die Rupnik von den Zeugen vorgeworfen wurden, keine Straftaten gemäss dem italienischen Strafrecht oder gemäss dem Kirchenrecht. Daher liege die Kompetenz für disziplinarische Massnahmen allein beim Jesuitenorden.

Ein Mosaik von Marko Rupnik auf dem Genfer "Chemin de la Joie" (Weg der Freude).
Ein Mosaik von Marko Rupnik auf dem Genfer "Chemin de la Joie" (Weg der Freude).

Die bisher verkündeten Restriktionen dienten dazu, Wiederholungstaten zu verhindern. Rupnik seien die Vorwürfe mitgeteilt worden, er habe sich jedoch bislang nicht dazu geäussert. In der Erklärung werden weitere disziplinarische Massnahmen bis hin zu einem Ausschluss Rupniks aus dem Orden als mögliche nächste Schritte genannt.

Verschueren ist Mitglied des Generalrates der Jesuiten und leitet seit November 2019 die nicht zu einer Ordensprovinz gehörenden Häuser und Einrichtungen der Jesuiten in Rom, zu denen auch das «Centro Aletti» gehört. (cic)


Marko Ivan Rupnik, Künstler und Priester. | © KNA
21. Februar 2023 | 11:04
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