Bistum Lausanne, Genf, Fribourg

Bischof Morerod bereitet sich auf die Begrüssung der Gäste vor
Bischof Morerod bereitet sich auf die Begrüssung der Gäste vor

Das Bistum von Lausanne, Genf und Freiburg umfasst Gebiete, die ursprünglich zu zwei Diözesen gehörten: jene von Lausanne und jene von Genf. Das Territorium dieser Diözesen hat sich im Laufe der Jahrhunderte stark entwickelt und umfasst heute vier Westschweizer Kantone: Waadt, Genf, Freiburg und Neuenburg. Das Territorium des Bistums Lausanne-Genf-Freiburg ist seit 1864 dasselbe. Im Bistum gibt es 230 Pfarreien, die in 50 Seelsorgeeinheiten organisiert sind. Zum Bistum gehören 479’000 Katholikinnen und Katholiken. Das sind 32.7% der Wohnbevölkerung der vier Bistumskantone. Der Patron des Bistums ist der Heilige Nicolas (Heiliger Nikolaus von Myra), der Gedenktag wird am 6. Dezember gefeiert.

Der Bischof
Charles Morerod ist Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg.
Charles Morerod ist Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg.

Charles Morerod, Bischof von Lausanne-Genf-Fribourg

Am 28. Oktober 1961 in Riaz, Kanton Freiburg, geboren, tritt Charles Morerod 1982 in den Predigerorden (OP) ein und wird am 30. April 1988 in Genf zum Priester geweiht. 1991 wird er in Freiburg im Üchtland Universitätsseelsorger. An der gleichen Universität erhält er 1994 das Doktorat in Theologie, danach 2004 das Doktorat der Philosophie an der Katholischen Universität von Toulouse. Von 1994 bis 1999 ist er Lehrbeauftragter an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg (Schweiz), ab 1996 in Rom Professor am Angelicum (zunächst Theologie, dann Philosophie). 2009 wird er zum Rektor des Angelicum und gleichzeitig zum Generalsekretär der Internationalen Theologischen Kommission sowie zum Konsultor der Glaubenskongregation ernannt. Die Ernennung zum Bischof erfolgt am 3. November 2011, die Bischofsweihe am 11. Dezember 2011. Charles Morerod präsidiert seit 2025 die Schweizer Bischofskonferenz. Er tut dies bereits zum zweiten Mal.

Sein Wahlspruch lautet:  «Vivere est Christus/ Leben heisst Christus» (Phil 1,21).

Bischöfliches Wappen Bischof Charles Morerod
Der Weihbischof

Weihbischof Alain de Raemy
Weihbischof Alain de Raemy

Msgr. Alain de Raemy, Weihbischof :

Alain de Raemy ist am 10. April 1959 in Barcelona geboren. Sein Vater war Freiburger und seine Mutter Walliserin. Er absolvierte die obligatorische Schulzeit bis 1974 in Barcelona, dann besuchte er das Kollegium des Benediktinerstifts Engelberg (OW), wo er das Gymnasium 1978 mit der lateinisch-englischen Matura abschloss. Nach einem Jahr Jurastudium in Zürich (1978–1979) wählte er die Universität Freiburg für sein Studium der Philosophie und Theologie; als sich seine Berufung klar abzeichnete, trat er in das diözesane Priesterseminar von Lausanne-Genf-Freiburg ein und setzte sein Theologiestudium als Seminarist fort. 1986 erhielt er sein Lizenziat mit einer Arbeit über Ekklesiologie an der Universität Freiburg. Am 25. Oktober 1986 wurde er in Freiburg zum Priester geweiht. Nachdem er von 1986 bis 1988 Vikar in der Pfarrei Saint-Pierre in Yverdon und von 1988 bis 1993 Pfarrer in solidum in Lausanne gewesen war, setzte er seine theologischen Studien in Rom fort. 1995 war er Vikar in Morges, bevor er 1996 wieder nach Freiburg zurückkehrte. Am 1. September 2006 wurde er Kaplan der Päpstlichen Schweizergarde im Vatikan.

Am 30. November 2013 wurde er zum Weihbischof für die Diözese Lausanne, Genf und Freiburg ernannt. Seine Bischofsweihe wurde am 11. Januar 2014 in der Kathedrale Sankt-Nikolaus in Freiburg gefeiert. Am 10. Oktober 2022 wurde Alain de Raemy zum Apostolischen Administrator der Diözese Lugano ernannt.

Sein Wahlspruch lautet: «Apud Dominum misericordia/ Beim Herrn ist Barmherzigkeit». Er entstammt dem Psalm 129.

Bischöfliches Wappen Bischof Alain de Raemy
Das Bistum

Die Geschichte des Bistums Lausanne-Genf-Freiburg:

Der erste Bischofssitz der schweizerischen Hochebene (Civitas Helvetiorum) wurde im 3. Jahrhundert in Windisch errichtet, dann nach Avenches verlegt, worauf Bischof Saint Maire ihn Ende des 6. Jahrhunderts in Lausanne festlegte. Die Diözese von Lausanne war bis ungefähr im Jahr 600 der Suffraganbischofssitz des Erzbistums von Lyon und dann bis 1801 des Erzbistums von Besançon. Im 7. Jahrhundert umfasste die Diözese Lausanne ein Gebiet, das sich von den Ufern des Genfer Sees (zwischen Aubonne und Eau-Froide im Wallis) an die Ufer der Aare bis nach Solothurn und Erguel erstreckte. Dies erklärt, warum ihr die Stadt Bern bis zum Jahre 1864 angehörte.

Nach der Reformation im Waadtland flüchtete Bischof Sébastian de Montfaucon 1536 nach Savoyen. Bis 1613 residierten die Bischöfe teils in Savoyen, teils mal in Besançon, von wo aus sie den katholisch verbliebenen Teil der Diözese leiteten und häufig pastorale Besuche durchführten. Eine zwischen dem Episkopat von Jean Doroz und Jean de Watteville 1614 erarbeitete Übereinkunft wurde zwischen Rom und dem Staat Freiburg unterzeichnet. Sie erlaubte die Niederlassung eines Bischofs in Freiburg, ohne jedoch eine Kathedrale zu «besitzen». Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurden zwei nebeneinander liegende Häuser (die Nummer 106 und 105 der Lausannegasse) erworben, um dort die offizielle Bischofsresidenz einzurichten. Unter Leitung des Freiburger Architekten Joseph de Raemy wurde 1846 das Haus, dessen Eingang heute an der Lausanne-Gasse 86 liegt, zusammengelegt.

Die Gründung der Diözese von Genf ist im 4. Jahrhundert auf die Bischöfe von Vienne (Frankreich) zurückzuführen. Die Diözese setzte sich aus der Stadt und den Gebieten zusammen, welche von ihr abhingen, sowie den sardischen und angrenzenden französischen Gebieten (davon ein grosser Teil von Savoyen und Teile von Nyon). Nach der Reformation liess sich der Bischof 1564 in Annecy nieder. Während der Neueinteilung der französischen Diözesen durch Pius VII im Jahr 1801 nahm der Bischof von Chambéry den Titel des Bischofs von Genf an. Allerdings nicht für sehr lange: 1821 wurde dieser Titel Lausanne zugeteilt, denn 1819 war das Territorium der Republik Genf, das seit 1815 zur Schweiz gehörte, bereits administrativ der Diözese Lausanne zugeteilt. Die 1873 erfolgte Ernennung von Mgr. Mermillod, Weihbischof seit 1864, zum apostolischen Vikar von Genf, änderte die bischöfliche Jurisdiktion, jedoch nicht die Grenzen der Diözese. 1883 wurde Mgr. Mermillod zum Bischof der Diözese von Lausanne und Genf ernannt, was deren Einheit bestätigte.

Seit 1819 ist das Gebiet der Diözese von Lausanne und Genf nahezu unverändert geblieben, abgesehen von der Angliederung von Berner Regionen an das Bistum von Basel in den Jahren 1828 und 1864. Mgr. Besson war seit der Erhebung von der Stiftskirche St. Nikolaus zur Kathedrale von 1924 der Erste, der den Titel des Bischofs von Lausanne, Genf und Freiburg tragen konnte.

Die Kathedrale

Die Kathedrale St. Nikolaus (französisch: Cathédrale Saint-Nicolas) ist die Kathedrale Bistums Lausanne-Genf-Fribourg. Schutzpatron ist der heilige Nikolaus. Bis 1924 war St. Nikolaus die Kollegiatkirche eines Kanonikerstiftes. Das ursprüngliche Freiburger Münster wurde 1924 zur Kathedrale des Bistums Lausanne-Genf-Fribourg erhoben.

Dunkle Wolken über der Bischofsstadt Freiburg
Dunkle Wolken über der Bischofsstadt Freiburg

Die Kirche wurde aus Molasse gebaut und besitzt drei Schiffe. Sie ist 76 Meter hoch, bis ins 19. Jahrhundert war ihr Turm das höchste Bauwerk der Schweiz.

Das Gebäude im Stil der gotischen Architektur besitzt ein barockes Dekor. Das Hauptportal ist mit einem Basrelief (14. Jahrhundert) verziert, das das Jüngste Gericht zeigt: Jesus Christus weist den Menschen den Weg ins Paradies oder in die Hölle (wo sie von schrecklichen Kreaturen erwartet werden). Heilige, Engel und Propheten umgeben die Szene, in der Mitte wacht der Heilige Nikolaus über seine Stadt.

Die Kirchenfenster erzeugen ein einzigartiges Ambiente. Die Fenster (8 im Schiff und 5 im Chor): 240 m2) wurden zwischen 1895 und 1936 von dem Polen Jozef Mehoffer realisiert und bilden ein aussergewöhnliches Jugendstil-Ensemble. Die nicht bildlichen hohen Fenster des Schiffs und die Rose des Turms sind das Werk des Franzosen Alfred Manessier (1980er-Jahre).

In der Kapelle des Heilige Grabes herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. 13 Molasse-Statuen in Echtgrösse (1433) stellen die Grablegung von Jesus Christus dar. Die Fenster dieses Bereichs wurden von Manessier realisiert: die Karfreitagsnacht und der Ostermorgen.

Mit Personen, die den Blick auf ihr Mobiltelefon gerichtet haben, ist in der Skulptur des Südportals auch der Mensch des 21. Jahrhunderts vertreten: Volger Kurz nutzte die Restaurierung 2016, um der Szene, die 1330 in die Molasse gemeisselt wurde, eine moderne Note zu verleihen.

Weitere Informationen: Bistum LGF