Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln.
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Kölner Diözesanrat kritisiert Hochschulpläne: Woelki überschreitet die Grenze zur Unwahrheit

«Uns wurde versprochen, es sollen keine Kirchensteuermittel für diese Hochschule verwendet werden. Jetzt behauptet das Erzbistum: Nein, wie haben nur gesagt, für die Anschubfinanzierung sollen keine Kirchensteuermittel verwendet werden. Das überschreitet doch auch die Grenze zur Unwahrheit. 

Man hat auch damit geworben, diese Hochschule biete einen neuen interdisziplinären Zugang. Nun müssen wir feststellen, dass dieser Anspruch nicht im geringsten erfüllt wird. Tatsächlich wird eine handvoll Studierende aus einem erzkonservativen Priesterseminar in Bonn mit dem Bus jeden Tag nach Köln gebracht, obwohl die Bonner Katholisch-Theologische Fakultät genug Kapazitäten hätte.

Während Millionen für diese Hochschule ausgegeben werden, diskutieren wir darüber, ob Opfer sexuellen Missbrauchs 5’000, 10’000 oder 50 000 Euro Entschädigung bekommen sollen, Caritasverbände müssen Geld einsparen, Gemeinden werden zusammengelegt unter verweis auf rückläufige Einnahmen, und Kirchenvorstände müssen schon für ein paar tausend Euro in Köln betteln.»

Der SPD-Politiker Tim Kurzbach ist Oberbürgermeister von Solingen und Vorsitzender des Diözesanrats im Erzbistum Köln. In einem Interview mit der «FAZ» (15. August) kritisiert er das Hochschulprojekt von Kardinal Rainer Maria Woelki. (rr) 


Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln. | © KNA
15. August 2022 | 07:00
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