Papst Franziskus sitzt im Rollstuhl
Vatikan

Papst verschiebt überraschend Reise nach Afrika

Papst Franziskus hat überraschend seine Ostafrikareise verschoben, die für Anfang Juli geplant war. Dies «auf Bitten seiner Ärzte und um die Ergebnisse der Therapie, der er sich wegen seines Knies unterzieht, nicht zu gefährden», wie Vatikansprecher Matteo Bruni am Freitag mitteilte.

Anna Mertens

Franziskus leidet seit Monaten unter starken Knieschmerzen, seit Wochen kann er kaum stehen und absolviert die meisten öffentlichen Termine im Rollstuhl. Bei Papstmessen lässt er sich als Zelebrant immer öfter vertreten. Zu Beginn hatte der 85-Jährige noch über das «launenhafte» Knie gescherzt. Nach und nach räumte er aber ein, dass das Problem langwieriger sei als gedacht. Bei seiner letzten Reise Anfang April nach Malta fügte er noch hinzu, dass man in seinem Alter eben nicht wisse, wie es bei solchen Gesundheitsproblemen am Ende ausgehe.

Ursprünglich wollte Franziskus vom 2. bis 7. Juli zunächst in die Demokratische Republik Kongo und anschliessend in den Südsudan reisen. Eine solche Reise steht schon seit langem auf der päpstlichen Agenda. Nun wird ein neuer Termin gesucht.

Besuch geplant beim Anglikanischen Primas

Im Südsudan wollten ihn zudem der anglikanische Primas, Erzbischof Justin Welby von Canterbury, sowie der Moderator der presbyterianischen Kirche Schottlands, Lord Jim Wallace, begleiten. Ziel ist ein ökumenische Friedensreise.

Geplant waren im Kongo Stops in Kinshasa und Goma. Auf dem Programm standen neben den üblichen Treffen mit Regierungs- und Religionsvertretern sowie Jugendlichen auch ein Austausch mit Opfern von Gewalt im Osten des Kongo. Dies sollte unweit der Stelle stattfinden, an der im vergangenen Jahr der italienische Botschafter Luca Attanasio bei einem Attentat auf einen Konvoi des Welternährungsprogramms (WFP) getötet wurde.

Im Südsudan sollte es nach Juba gehen. Dort war vor allem das Zusammentreffen von Franziskus mit dem ersten Präsidenten des Landes, Salva Kiir, und seinem Stellvertreter und Herausforderer Riek Machar mit Spannung erwartet worden. Die Vorbereitungen für die Reise waren seit Wochen im vollen Gange. Immer wieder hatte es aber auch zweifelnde Stimmen gegeben, ob die päpstliche Gesundheit eine solch anstrengende Reise in ein afrikanisches Land im Hochsommer zulasse.

Vorher Reise nach Malta verschoben

Es ist nicht die erste Papstreise die abgesagt oder verschoben wird.

So hatte Franziskus die für 2020 geplante Reise nach Malta verschoben. Grund war hier die Pandemie. Im April holte er die Reise nach. Auch andere Päpste hatten bereits geplante Reisen abgesagt.

Papst Johannes Paul II. (1978-2005) etwa verschob im Laufe seines Pontifikats mehrere Reisen, unter anderem in den Irak, auf die Philippinen und die Mongolei. Teils waren es auch bei ihm gesundheitliche Gründe, die vom Reisen abhielten.

Nach aktuellem Stand will Franziskus weiterhin Ende Juli – vom 24. bis 30. – nach Kanada reisen. (cic)


Papst Franziskus sitzt im Rollstuhl | © KNA
10. Juni 2022 | 15:33
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