Marcella Criscione
Schweiz

«Es kann nicht sein, dass Jugendliche keinen Präses bekommen»

Die Kommunikation im Bistum Basel muss besser werden, findet Marcella Criscione. Im Gespräch mit Thomas Boutellier sagt sie im Podcast «Hingehört»: «Es kann nicht sein, dass Jugendliche in einer Pfarrei einen Präses wünschen, aber keinen bekommen.»

Raphael Rauch

«Kommunikation ist alles», sagt man so schön. Doch dieses «alles» ist jeden Tag eine neue Herausforderung. Das zeigt sich auch im synodalen Prozess.

Woran hakt’s in der Kommunikation?

Die «Wir sind Ohr»-Umfrage stellte auch die Fragen: «Wie erleben Menschen innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft Kommunikation? Was erleichtert Ihnen zu sagen, was Ihnen am Herzen liegt? Und was hindert Menschen daran zu sagen, was Ihnen am Herzen liegt?»

Synodaler Prozess: Der Basler Bischof Felix Gmür bei der Eröffnung der Kampagne "Wir sind Ohr".
Synodaler Prozess: Der Basler Bischof Felix Gmür bei der Eröffnung der Kampagne "Wir sind Ohr".

Marcella Criscione leitet die Fachstelle Jugend in Basel-Land. Sie berichtet im Podcast «Hingehört»: Der Faktor Mensch sei entscheidend. «Es gibt eine grosse Bandbreite. Menschen, die gut kommunizieren können, aber auch Menschen, die dies nicht so gut können.»

Kommunikation werde durch unterschiedliche Glaubensvorstellungen, Macht- und Hierarchiefragen erschwert. Auch müsse die Sprache der Kirche verständlicher werden.

Für viele Pfarreien ist «Instagram» Neuland

Papst Franziskus geht es mit dem synodalen Prozess darum, die Kirche synodaler zu gestalten. Doch in vielen Punkten müsse man erst gar nicht auf Rom warten, findet Marcella Criscione. «Bei der Kommunikation könnten wir schon jetzt Vieles anders machen.»

Eltern seien genervt, wenn Pfarreien Einladungen zu Firmanlässen per Post verschickten. Soziale Medien wie «Instagram» fristeten in manchen Pfarreien immer noch ein Schattendasein.

Wenn Jugendliche sich nicht gehört fühlen

Für Marcella Criscione steht fest: «Es reicht nicht, in den Dialog zu treten. Kirche muss die Anliegen ernstnehmen. Natürlich kann man nicht immer jeden Wunsch erfüllen, aber dann muss man das nachvollziehbar und sachlich erklären.»

Sie berichtet von einer Pfarrei im Bistum Basel, wo sich Jugendliche einen Präses wünschten – bis heute aber keinen bekommen hätten. Marcella Criscione findet: «Ist doch klar, dass sich die Jugendlichen nicht gehört fühlen. Mit einer partizipativen, synodalen Kirche hat so ein Verhalten nichts zu tun.»

Podcast «Hingehört»

In den nächsten Wochen veröffentlicht kath.ch in Zusammenarbeit mit den Fachstellen die weiteren «Hingehört»-Folgen zum synodalen Prozess im Bistum Basel:

Themenfeld 5: «Mitverantwortung in der Sendung» mit Christine Unterberger und Thomas Boutellier

Themenfeld 6: «In der Kirche und Gesellschaft den Dialog führen» mit Remo Meister und Marcella Criscione

Themenfeld 7: «Austausch mit anderen christlichen Konfessionen» mit Martin Brun und Urs Bisang

Themenfeld 8: «Autorität und Teilnahme» mit Urs Bisang und Christine Unterberger

Themenfeld 9: «Unterscheiden und Entscheiden» mit Mirjam Lachenmeier und Jean-Pierre Sitzler

Themenfeld 10: «Sich in der Synodalität bilden» mit Thomas Boutellier und Marcella Criscione


Marcella Criscione | © Raphael Rauch
23. März 2022 | 17:18
Lesezeit : ca. 2  Min.
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