Papst Franziskus (links) und sein emeritierter Vorgänger Benedikt XVI. im Jahr 2018.
Vatikan

Papst Franziskus dankt Benedikt XVI.

Auf Benedikts Aussagen zum Münchner Missbrauchskomplex geht Papst Franziskus in der Generalaudienz nicht ein. Er dankt aber seinem Vorgänger für seine Aussagen zum Thema Tod.

Papst Franziskus hat dem emeritierten Papst Benedikt XVI. für aufrichtige Worte zum bevorstehenden Tod gedankt. Benedikt XVI. habe jüngst davon gesprochen, dass er bald vor der «dunklen Tür des Todes» stünde, sagte Franziskus am Mittwoch bei der Generalaudienz. «Wir danken dem Papst, der mit 95 Jahren diese Klarheit hat. Für diesen wunderbaren Rat, den er uns gegeben hat», so der Papst.

«Vor dem endgültigen Richter»

Franziskus nahm in seinen Aussagen indirekt Bezug auf den am Dienstag veröffentlichten Brief von Benedikt XVI. als Reaktion auf das Münchner Missbrauchsgutachten. Darin bittet der ehemalige Erzbischof von München-Freising um Entschuldigung und machte seinen Schmerz und Scham angesichts des Missbrauchs deutlich.

Weiter schrieb der emeritierte Papst, der im April 95 Jahre alt wird, er werde nun bald «vor dem endgültigen Richter» seines Lebens stehen. «Auch wenn ich beim Rückblick auf mein langes Leben viel Grund zum Erschrecken und zur Angst habe, so bin ich doch frohen Mutes, weil ich fest darauf vertraue, dass der Herr nicht nur der gerechte Richter ist, sondern zugleich der Freund und Bruder.»

Die Auferstehung im Zentrum

Auf Benedikts Aussagen zum Gutachten und Missbrauch selber ging Franziskus nicht ein. Vielmehr erinnerte er in seiner Katechese über das Sterben daran, dass einjeder dann allein sei. Und dass auch der christliche Glaube kein Mittel sei, mit dem sich die Angst vor dem Tod verscheuchen liesse. Sie könne aber überwunden werden im Glauben auf die Auferstehung. (cic)


Papst Franziskus (links) und sein emeritierter Vorgänger Benedikt XVI. im Jahr 2018. | © KNA
9. Februar 2022 | 10:36
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