Josy Brunner: Bildungszentrum Matt als Lebenswerk
Die Erwachsenenbildnerin und Religionspädagogin Josy Brunner baute und führte das «Haus der Mütter» in Schwarzenberg. Am 10. Juni würde sie 100 Jahre alt. Weggefährtinnen organisieren zu ihrem Gedenken am 13. Juni ein Fest
Josy Brunner wurde 1942 an die Zentralstelle des Schweiz. Katholischen Frauenbundes SKF berufen, um auf Wunsch von Bischof Franziskus von Streng die Müttervereine der Schweiz zu aktivieren. Schon bald hatte sie die Vision von einem Haus, in dem Frauen einander begegnen, sich erholen und weiterbilden können. Unterstützt vom Zentralrat, kaufte sie 1961 das alte Hotel Matt und machte es zum «Haus der Mütter».
Weil die Weiterführung des alten, heimeligen Hauses aus feuerpolizeilichen Gründen schon bald verboten wurde, sammelte Josy Brunner mit Aktionen und Vortragstourneen in Pfarreien und Frauengemeinschaften in der ganzen Schweiz Geld für den geplanten Neubau, der 1971 eingeweiht wurde. «Wer etwas will, der schafft es. Der Mensch ist zu mehr fähig, als er meint», war einer ihrer Leitsprüche. Josy Brunner war wachsam und sensibel für die Bedürfnisse der Frauen und Kinder und gleichzeitig enorm schöpferisch und kreativ. Entsprechend vielfältig war ihr Bildungs- und Kursangebot. Die Themen ihrer unzähligen Vorträge reichten von religiöser Kindererziehung über Gestaltung von Familienfesten bis hin zu den vielfältigsten Frauenfragen jedes Lebensalters. Sie verstand es, Kopf, Herz und Hand gleichermassen anzusprechen und die gestalterische Freude zu wecken. Für viele Frauen und Mütter wurde Josy Brunner zur Krippenmutter, hat sie doch den Schwarzenberger Krippenfiguren zur Bekanntheit verholfen. Es war für sie eine Form der Glaubensvermittlung, da sich Mütter und Kinder über die biblischen Figuren mit der Heiligen Schrift auseinandersetzten. Obwohl in kirchliche Kreise eingebunden, war ihr Denken und Handeln von grosser Freiheit geprägt. Sie verstand es, den Raum in der Kirche als Frau klug zu nutzen, wobei ihr der offizielle Auftrag des Bischofs den Rücken stärkte.
Josy Brunner bezog ihre Kraft aus einem tiefen Urvertrauen und der Gewissheit, ganz in Gott geborgen zu sein. Weggefährtinnen bezeichnen Josy Brunner als Pionierin der Frauenarbeit, die in ihrer Offenheit den Frauen heute noch Vorbild sein kann.
Monika Fischer
Feier zum 100. Geburtstag von Josy Brunner
Sonntag, 13. Juni 2004, 9:30 – 17 Uhr, Bildungszentrum Matt, Schwarzenberg
Auskunft / Anmeldung
Beatrice Haefeli, Sonnsytehalde 9, 6048 Horw, Tel. 041 340 70 43



