Portugals Präsident zu Gast beim Papst
Portugals wiedergewählter Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa ist von Papst Franziskus in Audienz empfangen worden. Er hatte kürzlich ein Gesetz zur Legalisierung aktiver Sterbehilfe blockiert.
Wie der Vatikan am Freitag mitteilte, wurden bei dem Besuch die guten wechselseitigen Beziehungen gewürdigt. Angesichts der portugiesischen Ratspräsidentschaft habe man auch über Themen wie Lebensschutz und die Corona-Krise gesprochen, hiess es. Der seit 2016 amtierende Rebelo de Sousa war zu Jahresbeginn mit deutlicher Mehrheit als Präsident bestätigt worden. Er gilt als überzeugter Katholik mit konservativen gesellschaftspolitischen Ansichten.
Gegen Legalisierung von Sterbehilfe
Erst kürzlich geriet der 72-Jährige in die Schlagzeilen, weil er ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz zur Legalisierung aktiver Sterbehilfe blockierte. Er warf der linken Parlamentsmehrheit vor, mit dem Beschluss «eine Situation der Rechtsunsicherheit» geschaffen zu haben. Dies sei «in einer so sensiblen Angelegenheit gänzlich zu vermeiden».
Zuvor hatte die Portugiesische Bischofskonferenz Rebelo de Sousa aufgerufen, das Gesetz zu verhindern. Es sieht vor, aktive Sterbehilfe und medizinisch assistierten Suizid zu legalisieren. Die Regelung ist für erwachsene Staatsbürger in einer Situation «extremen Leids und unumkehrbarer Beeinträchtigung» gedacht. Nun muss das Verfassungsgericht die Vorlage prüfen.
Papst will an Weltjugendttag teilnehmen
Ein weiteres Gesprächsthema zwischen Franziskus und Rebelo de Sousa war der katholische Weltjugendtag 2023 in Lissabon. Die normalerweise alle drei Jahre stattfindende Massenveranstaltung war ursprünglich für 2022 geplant. Wegen der Corona-Pandemie wurde sie um ein Jahr verschoben. Der Papst habe seine «feste Absicht» bekräftigt, dem Grossereignis beizuwohnen, teilte das portugiesische Präsidialamt mit.
Zudem wolle er den Wallfahrtsort Fatima ein weiteres Mal besuchen. (cic)
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