Zwei Junge übernehmen – Neue Organisten für Hof- und Franziskanerkirche
Medienmitteilung
Gleich zwei prestigeträchtige Orgelstellen werden in der Katholischen Kirche Stadt Luzern im nächsten Jahr neu besetzt. In der Franziskanerkirche übernimmt Frederick James (29) am 1. Juni von Franz Schaffner (66), in der Hofkirche tritt Stéphane Mottoul (29) am 1. Oktober an die Stelle von Wolfgang Sieber (66).
Die Besetzung der Orgelstellen in den Pfarreien St. Leodegar im Hof und St. Maria zu Franziskanern wurde von einer breit abgestützten Findungskommission unter der Leitung von Michael Kaufmann, emeritierter Direktor der Hochschule Luzern – Musik, vorgenommen. Beteiligt waren sowohl Vertreterinnen und Vertreter von Kirchgemeinde und Pastoralraum Luzern sowie externe Fachexperten. Die Kommission ist überzeugt, dass mit Frederick James und Stéphane Mottoul zwei junge Organisten gewonnen werden konnten, «die über beste Qualifikationen verfügen, um die sorgsam gepflegte Tradition der Orgel- und Kirchenmusik an den beiden Zentrumskirchen auf höchstem Niveau fortzusetzen und weiterzuentwickeln», so Michael Kaufmann.
Frederick James – Von London nach Luzern
Der 29-jährige Frederick James verfügt über eine fundierte Ausbildung, die er in seiner Heimatstadt London begann. Nach einem Studienaufenthalt in Amsterdam erwarb er am Royal College of Organists in London das höchste britische Kirchenmusikdiplom (2011). James studierte von 2010 bis 2014 Musikwissenschaften an der Universität Cambridge, weitere Studien in den Bereichen Orgel, Historische Tasteninstrumente und Improvisation an renommierten Musikhochschulen in Stuttgart und Basel folgten.
Berufliche Erfahrung sammelte Frederick James als Organist in London, Amsterdam, Cambridge und Stuttgart. Seit 2017 ist er Hauptorganist in der Römisch-Katholischen Pfarrei St. Peter und Paul in Oberwil (BL). Frederick James freut sich auf die neue Herausforderung in Luzern. Stellenantritt ist am 1. Juni 2021.
Stéphane Mottoul – Ein Belgier an der Grossen Hoforgel
Der gebürtige Belgier Stéphane Mottoul, auch er 29-jährig, schloss 2013 das Masterstudium in Orgel an der Universität IMEP in Namur ab. Es folgten Studien in Paris und Stuttgart, wo er 2016 an der Musikhochschule einen Master in Orgelimprovisation erwarb. Nach einem erneuten Aufenthalt in Paris (Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse) studierte Stéphane Mottoul an der Musikhochschule Freiburg im Breisgau und schloss mit dem Master in Kirchenmusik ab. Er gewann mehrere Wettbewerbe und Auszeichnungen in Frankreich, Belgien und Luxemburg.
Seine Laufbahn als Organist begann Stéphane Mottoul bereits im Alter von zwölf Jahren im belgischen Orgeo. Nach einem Orgelstipendium 2013/14 in Brüssel folgten weitere Stellen in Stuttgart und in Paris, wo er unter anderem als Assistent von Pierre Pincemaille in der Kathedrale von Saint-Denis an der Cavaillé-Coll Orgel wirkte. Seit 2018 ist er Organist an der Universitätskirche von Freiburg im Breisgau. Stéphane Mottoul blickt seiner neuen Aufgabe an der Luzerner Hofkirche mit viel Freude und Motivation entgegen. Er tritt die Stelle per 1. Oktober 2021 an.
Zwei prägende Persönlichkeiten gehen in Pension
Mit Wolfgang Sieber (66) sowie Franz Schaffner gehen im kommenden Jahr zwei Organisten in Pension, welche die Kirchenmusik über die Grenzen sowohl der katholischen Kirche als auch der Stadt Luzern hinaus während Jahrzehnten geprägt haben. Wolfgang Sieber, Träger des Kulturpreises der Stadt Luzern 2009 sowie des Goldenen Violinschlüssels 2014, wirkte seit 1992 als Hof- und Stiftsorganist von St. Leodegar. Franz Schaffner (66) trat 1989 bei der Katholischen Kirchgemeinde Luzern ein und ist seit 2002 Hauptorganist an der Franziskanerpfarrei. Die Verdienste der beiden Musiker werden zu gegebener Zeit gewürdigt.



