Bildinstallation zum Reformationsjubiläum.
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500 Jahre Reformation: Deutsche Kirchenvertreter bitten um Verzeihung

Offenburg, 5.4.17 (kath.ch) In einem gemeinsamen Gottesdienst haben katholische und evangelische Kirche im Südwesten Deutschlands um Vergebung für gegenseitige Anfeindungen und Konfrontationen zur Reformation gebeten. 

«Wenn ich mir die Wunden anschaue, die wir einander in 500 Jahren geschlagen haben, dann staune ich, was heute an Gemeinschaft gewachsen ist», sagte der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh am Mittwochabend in Offenburg. Gemeinsam mit dem Freiburger Erzbischof Stephan Burger feierte er einen Gottesdienst zur Erinnerung an 500 Jahre Reformation.

Nach verbindenden Aufgaben suchen

Burger betonte, im Gedenkjahr 2017 gelte es, nach den gemeinsamen Wurzeln der Kirche und verbindenden Zukunftsaufgaben zu suchen. Dazu gehöre auch, um Erbarmen zu bitten, für «das, was wir einander angetan haben». Cornelius-Bundschuh beschrieb, dass die von Martin Luther angestossene Reformation schnell zu einem «Spaltpilz» geworden sei. Manche Reden Luthers «würden wir heute vielleicht sogar als Hasspredigt bezeichnen, nicht nur gegen die jüdischen Mitbürger, auch gegen die Bauern, die Gemeinschaften der Täufer und eben unsere katholischen Geschwister».

2017 erinnern die Kirchen an den Beginn der Reformation durch Luthers Wittenberger Thesenanschlag im Jahr 1517. Die Reformbemühungen mündeten wenig später in Kirchenspaltung und Religionskriege. Seit Jahrzehnten versuchen katholische und evangelische Kirche, zu einer grösseren Einheit zu kommen. Einen ähnlichen Gottesdienst mit der Bitte um gegenseitige Verzeihung hatten auch die beiden württembergischen Bischöfe Frank Otfried July und Gebhard Fürst gefeiert. (kna)

Bildinstallation zum Reformationsjubiläum. | © Georges Scherrer
6. April 2017 | 07:30
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