Tor bleibt offen für Vergebung
Rom, 21.11.16 (kath.ch) Frauen, die abgetrieben haben, darf weiterhin vergeben werden. Dies hat der Papst in seiner Bilanz «Misericordia misera» über das seit gestern (20. November) beendete Heiligen Jahres der Barmherzigkeit entschieden. Trotzdem sagt er: «Abtreibung ist eine schwere Sünde».
Nach dem katholischen Kirchenrecht zieht die Mitwirkung an einem Schwangerschaftsabbruch die Exkommunikation nach sich. In den meisten Ländern war bislang eine sakramentale Lossprechung und die Aufhebung der Exkommunikation nur durch bestimmte Beichtväter möglich. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich durch die neue Praxis nichts; hier konnte schon vor dem Heiligen Jahr jeder Priester die Vergebung für eine Abtreibung erteilen.
Die Versöhnung über alles
Die neue Busspraxis bei Abtreibungen führt der Papst nach eigenen Worten ein, «damit dem Wunsch nach Versöhnung und der Vergebung Gottes nichts im Wege stehe». Zugleich betonte er, «dass Abtreibung eine schwere Sünde ist, da sie einem unschuldigen Leben ein Ende setzt». Jedoch gebe es keine Sünde, «die durch die Barmherzigkeit Gottes nicht erreicht und vernichtet werden kann, wenn diese ein reuevolles Herz findet».
Nach dem Willen des Papstes sollen auch die für das Heilige Jahr ernannten «Missionare der Barmherzigkeit» weiter im Dienst bleiben. Es handelt sich um Priester, die der Papst mit besonderen Vergebungsvollmachten ausgestattet hatte.
Weitere Erlaubnis
Mit dem Schreiben «Misericordia et misera» dehnte der Papst eine weitere Sonderregelung aus, die er anlässlich des Heiligen Jahrs für die traditionalistische Piusbruderschaft eingeführt hatte. Bis auf weiteres können Gläubige bei Priestern dieser Gemeinschaft «gültig und erlaubt» das Busssakrament empfangen. Franziskus verband damit das «Vertrauen auf den guten Willen ihrer Priester, dass mit der Hilfe Gottes die volle Gemeinschaft in der katholischen Kirche wiedererlangt werden kann». (cic)
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