Gesprächsrunde in der Sendung "Faut pas coire" im Westschweizer Fernsehen
Schweiz

Bischofskonferenz: beunruhigt über Streichung der Westschweizer Religionssendungen

St. Maurice, 5.12.15 (kath.ch) Die Schweizer Bischofskonferenz hat sich an ihrer Ordentlichen Versammlung vom 30. November bis 2. Dezember in St. Maurice «beunruhigt» gezeigt über die angekündigte Streichung ökumenisch produzierter religiöser Magazinsendungen im Westschweizer Radio und Fernsehen RTS. Sie stützte damit die Aussagen ihres Medienbischofs und reihte sich ein in den Protest.

Die Bischofskonferenz sei «beunruhigt über diese Schwächung der Behandlung religiöser Themen im öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radioangebot der Westschweiz», hiess es in ihrer Mitteilung vom 3. Dezember. Die Streichungen führten voraussichtlich auch zu Stellenverlusten bei den kirchlichen Mediendiensten, auf katholischer Seite bei Cath-Info, auf reformierter Seite bei Médias-Pro.

Damit stützt die Bischofskonferenz die Meinung des Schweizer Medienbischofs Alain de Raemy. Dieser zeigte sich in einer Stellungnahme vom 18. November ebenfalls beunruhigt. «Es geht um den Platz, den man der religiösen Dimension des Menschen einräumt in einer Zeit, in der sich Religion so oft und auf unterschiedlichste Weise manifestiert», so der Weihbischof von Lausanne-Genf-Freiburg.

De Raemy betonte die Bedeutung des Service public im Medienbereich für «die spirituelle und die ökumenische Dimension unserer Kultur und unserer Zukunft». Die Streichung der religiösen Magazin-Sendungen werde Folgen haben für den Umgang mit religiösen Themen bei den öffentlich-rechtlichen Medien in der Romandie, zeigte sich de Raemy überzeugt und bedauerte die damit verbundene Streichung von Stellen.

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund hatte sich am 19. November «bestürzt» gezeigt über die Sparpläne. Die betroffenen Sendungen böten eine Analyse religiöser, spiritueller und philosophischer Themen auf hohem Niveau. In einer Gesellschaft, die geprägt sei von Unwissen in Bezug auf Religion einerseits und Fundamentalismus andererseits, sei es für ein Medienunternehmen des Service public unerlässlich, einen solchen analytischen Blick anzubieten, so die SEK weiter. Gerade die Attentate in Paris zeigten, dass eine Analyse der religiösen Aktualität durch die Medien notwendig sei.

Die von den Streichungen betroffenen Journalisten sind von den beiden Unternehmen Cath-Info und Médias-pro angestellt. Diese hatten am Dienstag, 17. November, mitgeteilt, RTS streiche aus Spargründen ab 2017 religiöse Magazin-Sendungen aus dem Programm. Es handle sich dabei um die Hauptsendungen im Bereich Religion, hielt Bernard Litzler, Direktor von Cath-Info fest. Gemeint sind die Magazin-Sendungen «A vue d’Esprit» und «Hautes Fréquences» (beides Radio) sowie «Faut pas croire» (Fernsehen), für die die beiden Unternehmen in Zusammenarbeit mit RTS verantwortlich sind.

Der Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen Radio und Fernsehens, Roger de Weck, hatte an einer Podiumsdiskussion am Mittwoch, 25. November, in Freiburg gesagt, dass er und die SRG die Streichungen nur unter grossen Schmerzen entschieden hätten. Aufgrund des geforderten Sparvolumens von 40 Millionen Franken müssten alle Unternehmensteile und auch Programmsparten ihren Anteil erbringen.

Die am 23. November lancierte Petition «Soutenons RTSreligion» hatte am 4. Dezember, also innerhalb von 10 Tagen bereits mehr als 10’000 Unterschriften gesammelt, wie das Newsportal cath.ch berichtete. (rp/bal)

Gesprächsrunde in der Sendung «Faut pas coire» im Westschweizer Fernsehen | © 2015 RTS/ Jay Louvion
5. Dezember 2015 | 09:48
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