Micheline Calmy-Rey und 3900 unterschreiben gegen Streichung von Religionssendungen

Genf, 26.11.15 (kath.ch) Die Romandie will die Streichung von drei Religionssendungen beim Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) nicht stillschweigend hinnehmen. Querbeet durch die Parteienlandschaft haben sich prominente Politiker in das Unterstützungskomitee für eine Petition eintragen lassen. Die Petition haben bisher 3900 Personen unterzeichnet.

Die Petitionäre bedauern, dass RTS mit dem Streichungsentscheid vorgeprescht sei, bevor im Bundeshaus eine Grundsatzdebatte über den Service Public stattgefunden habe. Die nationalen Radio- und Fernsehanstalten seien vertraglich verpflichtet, das Verständnis, den Zusammenhalt und den religiösen Frieden zu sichern. Zudem wird befürchtet, dass das Beispiel der Religionssendungen auf weitere kulturelle Sendegefässe angewandt werden könnte.

Die Streichung der drei Sendungen, welche «ein grosses Publikum» erreichen, wie die Petitionäre auf soutenonsrtsreligion.info unterstreichen, bedeute eine «Verarmung des Programms». Zum Zielpublikum gehörten auch Menschen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören. Mit dem Wegfall der Sendungen würde RTS durch den Verlust von Fachmitarbeitern auch Kompetenzen verlieren, die anderen Sendungen zu Gute kommen.

Zu den Erstunterzeichnern gehören die ehemalige Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, CVP-Präsident Christophe Darbellay, CVP-Vizepräsident Dominique de Buman sowie zahlreiche aktuelle oder ehemalige Politiker wie die Grünen Luc Recordon und Arnaud Perrier, die FDP-Politiker Jacques-Simon Eggly und Claude Ruey und die SP-Politikerinnen Liliane Maury Pasquier und  Ada Marra. Diese werden bei der Petition von verschiedenen Hochschulprofessoren unterstützt.

SRG will später informieren

RTS ist eine Unternehmenseinheit der SRG. Auf Anfrage von kath.ch erklärte SRG-Sprecher Daniel Steiner, dass für «Programm-relevante Fragen, also auch die Kommunikation von Sparmassnahmen, welche Sendungen tangieren», die SRG zuständig sei. Diese werde informieren, sobald Sparmassnahmen definitiv feststehen. Es sei noch nicht klar, wann dies der Fall sein werde. (gs)

26. November 2015 | 12:35
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