Symbolbild Moschee  | © Barbara Fleischmann
Schweiz
Symbolbild Moschee | © Barbara Fleischmann

Zürichs Muslime verweisen auf Verlust der Menschenwürde

Zürich, 21.12.16 (kath.ch) Nach dem blutigen Angriff auf einen muslimischen Gebetsraum in Zürich wurde über religiöse oder fremdenfeindliche Hintergründe spekuliert. Das konnte die Polizei am Tag darauf ausschliessen. Die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich fordert in einer Stellungnahme zu dieser «abscheulichen Tat» dazu auf, sich gegen Spaltung und Diffamierung zu stellen.

«Diese schreckliche Tat zeigt einmal mehr, dass Hate Crime, Terrorismus und Gewaltextremismus blindwild um sich schlagen und uns alle in der Gesellschaft gleichermassen zu Opfern macht.» Das hält Mahmoud El-Guindi, Präsident der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich Vioz, in einer am Dienstag veröffentlichten Medienmitteilung fest.

Gewalt als Resultat einer gespaltenen Gesellschaft

Der Präsident verurteilt die Tat ganz klar, spricht den Verletzten und deren Angehörigen sein Mitgefühl aus und bedankt sich bei den Sicherheitskräften für deren Einsatz. El-Guindi macht aber auch klar, dass eine solche Tat im Licht «feiger Anschläge» und Verbrechen im Ausland gesehen werde.

Ein solches Verbrechen sei das Resultat «der Herabsetzung der Würde eines Menschen» und der gesellschaftlichen Spaltung, beziehungsweise der Abgrenzung gegenüber «Fremden» mit anderen Werten und anderer Kultur. Darum gelte es, sich gegen jegliche Formen von Hassrede und Diffamierung abzugrenzen.

Beten für friedliches Miteinander

Die Vioz hebt hervor, dass sich die Stadtregierung von Zürich «täglich dafür einsetzt, dass kulturelle und religiöse Traditionen mit Wertschätzung sichtbar sein können». Die Gemeinschaft hält fest, dass sie für ein friedliches Miteinander in der Gemeinschaft bete und kurz vor Weihnachten insbesondere die christlichen Mitbürger einschliesse.

Auch der Schweizerische Rat der Religionen verurteilt die jüngsten Attentate und hebt die Solidarität in der Gesellschaft hervor. In einer von Ratspräsident Gottfried Locher unterzeichneten Mitteilung spricht er sich ganz klar gegen jede Form von Gewalt und «für eine friedliche Koexistenz aller Kulturen, Religions- und Glaubensgemeinschaften und deren konstruktives Zusammenwirken in der Gesellschaft» aus. (ms)

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