Zürcher SP-Regierungsrat sagt Ja zum Burkaverbot

Zürich, 11.8.16 (kath.ch) «Burkas gehören nicht hierher», sagt der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr in einem Interview in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) vom 11. August. In der Schweiz sei es Sitte, dass man sein Gesicht zeige.

«Ich bin ein liberaler Mensch, und in einer liberalen Gesellschaft zeigt jeder sein Gesicht», argumentiert der für die Sicherheit im Kanton Zürich zuständige Regierungsrat im Interview. Er habe kein Verständnis dafür, dass einzelne Touristen ihre Frauen vollständig verschleiert durch die Bahnhofstrasse führen würden, führt der prominente Sozialdemokrat an.

«Interessante» Erfahrungen im Tessin

Die Erfahrungen, die der Kanton Tessin mit dem Burkaverbot macht, findet Fehr «interessant». Offenbar sei die Umsetzung «viel weniger aufgeregt, als alle meinten».

Ebenfalls mit dem Argument der Sitte nimmt Fehr zur Händedruckdebatte Stellung. Auch dass man einer Lehrerin die Hand gebe, sei hier Sitte, so Fehr. Seine Argumente besiegelt er mit dem Aufruf: «Eine Gemeinschaft sollte nicht von ihren Werten abrücken.»

Polizei begleitet Jihadistenszene eng

Zudem äusserte sich Fehr zur Gefahr, die in der Schweiz von Jihadisten ausgehe. Deren Zahl sei in der Schweiz viel kleiner als in Deutschland, Frankreich oder Österreich. Doch es brauche viel Einsatz der Polizei, denn die Leute mit Neigung zu Jihadismus würden «sehr, sehr eng» begleitet. Die Polizei sei mit Hilfe von «Brückenbauern» nahe an der Jihadistenszene und auch gut vernetzt mit Schulen und Integrationsverantwortlichen.

Gleichzeitig erwähnte Fehr die erfolgreichen Bemühungen in der Integration, insbesondere über die Schule und die Berufsbildung. Auch die viel tiefere Erwerbslosigkeit, die ausbleibende Ghettoisierung, ein kontrolliertes Asylwesen und die niedrige Kriminalität sprechen laut Fehr für ein geringeres Terrorrisiko in der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern. (rp)

Jetzt auch Nationalratskommission gegen ein Burkaverbot

11. August 2016 | 12:31
Teilen Sie diesen Artikel!