Zürcher Journalistenpreis für Michael Meier

Lob und Kritik aus der bischöflichen Medienkommission

Zürich, 25.5.11 (Kipa) Der Zürcher Journalist Michael Meier (55), der seit fast 25 Jahren für den «Tages-Anzeiger» über Religion und Gesellschaft schreibt, ist am 24. Mai neben fünf anderen Berufskollegen mit dem Zürcher Journalistenpreis ausgezeichnet worden. Meier sei eine «Ausnahmeerscheinung» im Schweizer Journalismus, erklärte auf Anfrage von Kipa Simon Spengler, geschäftsführender Sekretär der Kommission für Medien und Kommunikation der Schweizer Bischofskonferenz. Dennoch wünsche er sich von ihm «bisweilen etwas mehr kritische Distanz zum eigenen Urteil beziehungsweise Vorurteil».

Seit 25 Jahren mühe sich Meier an den Kirchen ab, schreibt Spengler. In diesem Vierteljahrhundert habe er sich zu einem hervorragenden Kenner der kirchlichen Verhältnisse der Schweiz entwickelt. Er setze auf «fundierte Recherche» und dafür gebühre ihm Respekt.

Meiers «Lieblingsfeinde» haben es schwer

«Lieblingsfeinde» Meiers hätten es allerdings schwer, meint Spengler gleichzeitig. Beim jetzigen Kardinal Kurt Koch beispielsweise habe Meier «wirklich jede Information, jedes Detail zu seinen Ungunsten interpretiert – bis gar nichts Gutes mehr übrig blieb». Das sei zuletzt zu lesen gewesen in Meiers Koch-Porträt im «Magazin». Gegen diese Veröffentlichung habe die Medienkommission der Schweizer Bischöfe denn auch protestiert.

Dennoch, so Spengler, verstehe er die «Meier-Phobie» einiger kirchlicher Verantwortungsträger nicht: «Meier ist sicher unbequem, aber immerhin interessiert er sich für die Kirche.» Dennoch: Von Meier wünscht sich Spengler, dass dieser «öfter auch dann etwas schriebe, wenn die Kirche etwas Positives macht.» So sei etwa am 24. Mai nicht nur der Zürcher Journalistenpreis verliehen worden, sondern auch der katholische Medienpreis, mit dem unter anderem ein kritischer Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens über sexuelle Übergriffe ausgezeichnet worden ist. Spengler: ” Dass die Kirche heute solch einen Film auszeichnet, wäre meiner Meinung nach auch einige Meier-Zeilen wert.»

Jury: Aufklärung durch Einordnung

Der Zürcher Journalistenpreis ist mit 10.000 Franken für jeden Preisträger dotiert. Michael Meier wurde für sein journalistisches Gesamtwerk ausgezeichnet. Begründung der Jury: «Er klärt auf, indem er Sachverhalte nicht nur beschreibt, sondern sie auch unermüdlich einordnet».

(kipa/job/pem)

25. Mai 2011 | 17:27
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