Wie laufen die Vorbereitungen zum Weltjugendtag 2023?
Noch ein Jahr, dann startet der 37. Weltjugendtag in Lissabon: vom 1. bis 6. August 2023. Nicht nur im Gastgeberland, auch in deutschen Bistümern laufen die Vorbereitungen für die Pilgerfahrt – voller Vorfreude, aber auch nicht ohne Tücken.
Nicola Trenz
«Von nah und fern, um sich an diesem Ort zu versammeln» – so singen junge Erwachsene in der Hymne des nächsten Weltjugendtags. Dieser Ort, das ist Lissabon.
Die portugiesische Hauptstadt ist die Gastgeberin des internationalen Grosstreffens Anfang August 2023, bei dem junge Menschen aus aller Welt zusammenkommen, um gemeinsam ihren Glauben zu leben und das Gastland kennenzulernen. Auch der Papst wird in der Metropole am Tejo erwartet.
Gemeinsam auf dem Weg sein
Im Video zur Mottohymne singen die jungen Frauen und Männer unter blauem Himmel, in charmanten Strassenzügen und vor bekannten Sehenswürdigkeiten. Hunderttausende junge Christen zwischen 16 und 35 Jahren sowie deren Gruppenbegleiterinnen, Pfarrer und Bischöfe werden zu Weltjugendtagen erwartet. Sie werden in Gastfamilien, Gemeinschaftsunterkünften und Hotels unterkommen.
Grün und Rot prangt das Logo des «JMJ LISBOA 2023»: Ein Kreuz, ein stilisierter Rosenkranz, die Silhouette Marias und ein gelber Weg. «Weltjugendtag heisst, gemeinsam auf dem Weg zu sein», sagt Stefan Hofknecht, der für die Bistümer Bamberg und Würzburg die Fahrt zum Weltjugendtag organisiert. Die Planung sei noch in den Anfängen.
Fest stehe aber, dass ihre Gruppe mit dem Bus anreisen werde – 24 Stunden reine Fahrtzeit. «Gut für die Gruppendynamik», so Hofknecht. Mit 70 Teilnehmenden planen die beiden Diözesen.
Anreise mit dem Bus
Auch das Bistum Trier hat sich für eine Busanreise entscheiden. «Aus ökologischen Gründen», sagt die Trierer Hauptorganisatorin Christel Quiring. An der spanischen Küste wird auf dem Hinweg eine mehrtägige Pause eingelegt.
Die Diözese Trier plant mit dem Bistum Magdeburg und hat bereits eine akustische «Traumreise nach Portugal» auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Die Coronapandemie macht die Reiseplanungen komplizierter als bei vergangenen Weltjugendtagen. So sei die Teilnehmerzahl schwieriger zu kalkulieren, sagt Quiring. Sie geht von 200 bis 250 Teilnehmenden aus.
In den Alltag eintauchen
18 Tage wird die Trierer Gruppe unterwegs sein. Denn zum Weltjugendtag gehören mehr als die fünf Tage mit Gottesdiensten, Katechesen, Konzerten und Podien in Lissabon. Üblicherweise kommen die ausländischen Gruppen vorher in anderen Teilen des Gastlandes unter, in dem über 80 Prozent der Menschen katholisch sind.
Diese fünf «Tage der Begegnung», bei denen die jungen Menschen in Gastfamilien untergebracht werden, sind für Hofknecht das Highlight bei Weltjugendtagen. «Weil man dort als Kleingruppe mit Menschen vor Ort die Tage verbringt, weil man wirklich in den Alltag eintauchen kann», sagt der Bamberger BDKJ-Diözesanvorstand.
Sie seien gerade in Kontakt mit den portugiesischen Gemeinden in ihren Bistümern, um Kontakte vor Ort zu knüpfen.
Menschen treffen, die Suchende sind
Das Bistum Trier ist hier schon einen Schritt weiter. Die Gruppe wird in der Diözese Aveiro unterkommen. Erste Kontakte seien aufgebaut, so Quiring, manche Kommunikation nach Lissabon und Aveiro laufe etwas schleppend. «Ich glaube, vor Ort haben sie es sehr schwer, jetzt nach Corona so einen Weltjugendtag auf die Beine zu stellen.»
Aller Aufwand lohne sich aber: Die Jugendlichen könnten sich bei einem Weltjugendtag über ihren Glauben austauschen und bekämen das Gefühl vermittelt, dass sie nicht alleine seien. «Hier in der säkularisierten Gesellschaft ist das nicht immer so einfach», sagt Quiring, «dort ist ein Mega-Event, bei dem man Menschen trifft, die Suchende sind, auch im Glauben».
Begegnungen am wichtigsten
Hofknecht ergänzt: «Im Alltag hier bekomme ich ja selten mit, was es heisst, Mitglied einer Weltkirche zu sein – der Weltjugendtag macht Weltkirche erlebbar für junge Menschen.» Es sei spannend mitzubekommen, wie in anderen Ländern die Themen des Synodalen Weges diskutiert würden.
Und für die jungen Engagierten sei es auch ein Zeichen der Wertschätzung ihrer Arbeit, ihnen so etwas zu ermöglichen. Die Organisatorin und der Organisator sind sich einig: Die Begegnungen sind das Wichtigste. (KNA)
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