Wie Holzfiguren Menschen Würde verleihen
Die Vernissage der Ausstellung «Königlich! – Würde unantastbar» brachte viele prominente Menschen der katholischen Schweiz in Baden zusammen. Die Ausstellung zeigte Holzfiguren, die Königinnen und Könige darstellen. Sie dienen als Symbole für Menschenwürde.
Nadia Omar*
Am Sonntagnachmittag bei frühlingshaften Temperaturen lockte die Vernissage «Königlich! – Würde unantastbar» zahlreiche Besucher ins Badener Kornhaus. Im Zentrum der Ausstellungen standen Königinnen und Könige aus Holz. Sie sind Symbole für Menschenwürde.
Das Wort als Waffe
Die Figuren des deutschen Diakons und Bildhauers Ralf Knoblauch aus Bonn nehmen durch ihre Einfachheit und ihre Individualität für sich ein. Die Vernissage und die anschliessende Ausstellung an unterschiedlichen Orten in Baden wurden im Rahmen der Feierlichkeiten zum 500jährigen Jubiläum der Badener Disputation realisiert.
In ihrem Grusswort rief die Aargauer Ständerätin Marianne Binder die Macht des Wortes in Erinnerung. Das Wort sei die stärkste Waffe in unserer Demokratie, denn mit Worten und guten Argumenten könnten auch Gegner überzeugt werden. Nicht jeder Dialog sei jedoch erfreulich, aber jeder Dialog lohne sich, um Lösungen zu finden.
Nächtliche «Badenfahrt»
Die Königs-Figuren hatte Helena Jeppesen-Spuhler als Teilnehmerin an der Weltsynode 2024 als Leihgabe von Knoblauch erhalten. Die Figuren sollen daran erinnern, dass die Würde eines jeden Menschen ein wichtiges Gut ist. Jeppesen liess mit der katholischen Organisation «Allianz Gleichwürdig katholisch» die Figuren in Luzern ausstellen und ermöglichte nun auch die Ausstellung in Baden.
Die Figuren wurden vom Badener Pastoralraumleiter Claudio Tomassini spät nachts, und wie er betonte, «in schweigendem Zwiegespräch mit den Königinnen und Königen» von Luzern nach Baden gefahren.
Ab dem 23. Februar werden die Königinnen und Könige bis Mitte März an verschiedenen Orten, wie dem Kantonsspital Baden, der Notschlafstelle, der Bibliothek, der Kantonschule und weiteren Orten ausgestellt. Den Figuren sind Texte beigegeben, die die Theologin Jacqueline Keune verfasst hat. An der Vernissage trug Keune die poetischen Texte vor. Später sollen die Figuren wieder nach Bonn zurückgebracht werden.
Prominente Gäste
Priorin Irène Gassmann vom Kloster Fahr rief die Anwesenden auf: «Vergiss nie die Krone auf deinem Haupt und die Königin oder den König in dir selbst. Nur so sind wir im Stand, die Königin oder den König in unserem Gegenüber zu erkennen.»
Mit diesem Aufruf, die Würde in allen Menschen zu sehen und zu respektieren endete die Veranstaltung. Unter den Gästen waren auch Pia Viel, Co-Präsidentin Frauenbund Schweiz und die frühere RKZ-Präsidentin Renata Asal-Steger.
*Nadia Omar ist engagiert in der Projektleitung von Disput(N)ation zu 500 Jahre Disputation zu Baden. Und sie ist Mitglied des Vorstands von kath.ch.
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