Weihwasser für den Pool
Die anhaltende Hitzewelle hält die Schweiz fest im Griff. Tag für Tag wandern die Blicke zum Himmel, auf der Suche nach Regenwolken, die ersehnte Abkühlung versprechen. Wer kann, sucht Schatten unter alten Bäumen, zieht sich in die Berge zurück oder findet Erfrischung im kühlen Nass. Wo man sich im Pool schon fast wie zu Hause fühlt, kann der Wunsch entstehen, dieses Wasser segnen zu lassen.
Sabine Zgraggen
Kann man das Wasser eines Swimming Pool segnen? Mit dieser Anfrage sah sich kürzlich Diakon Felix Zgraggen aus St. Felix und Regula in Thalwil konfrontiert. Der Pool auf einem Bauernhof wird in diesen heissen Tagen gern genutzt. Doch bei aller Freude sind sich die Besitzer dieses Pools auch bewusst, dass dieses Wasser nicht nur Freude bedeutet: Kinder oder Tiere könnten gefährdet sein. Deshalb möchten die Besitzer diesen Teil ihres Bauernhofs unter Gottes Schutz stellen
Ein Zeichen der Dankbarkeit
Lässt sich dieses Wasser segnen? Im Buch für Segnungen (Benediktionale) findet der Diakon einen Ritus, der für die Segnung von Wasserfassungen und Wasserversorgungen gedacht ist. Da der besagte Pool über eine eigene Wasseraufbereitungsanlage verfügt, die ökologisch mit Meeressalz arbeitet, sei der Ritus mit Abwandlungen anwendbar.
«Herr, unser Gott, wir preisen dich für das Wasser, ohne dass wir nicht leben können. Es erfrischt und erfreut, es reinigt und belebt. Segne + diesen Swimmingpool, den wir in Betrieb nehmen. Seine Quellen mögen nie versiegen. Gib uns Dankbarkeit für deine guten Gaben. Lass das Wasser für uns zum Zeichen des Heils werden und lenke unseren Sinn von den irdischen Dingen zu den Gütern die du uns bereitet hast.» (Auszug aus dem Benediktionale)
Ohne Wasser kein Leben
Während der Segensfeier bemerkt jemand, dass das Poolwasser nun fast zu Weihwasser geworden wäre. Das gemeinsame Lachen löst die anfängliche Unsicherheit. Die Segnung mit den gemeinsamen Gebeten, macht allen klar, dass Gottes Segen nicht nur in Kirchen oder Kapellen seinen Platz hat, sondern überall angebracht ist, wo Menschen leben, arbeiten, feiern und Verantwortung füreinander übernehmen.
«In diesen heissen Sommertagen», so sagt der Diakon, «wird uns wieder bewusst, wie kostbar Wasser ist. Der heilige Franziskus nennt es im Sonnengesang unsere Schwester Wasser: demütig, nützlich, köstlich und rein. Wasser sei ein Geschenk Gottes. Ohne Wasser gäbe es kein Leben. Deshalb ist jedes Wasserglas gut genug um dafür dankbar zu sein und Gott um seinen Segen zu bitten.»
«Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Wasser. Sehr nützlich ist sie und demütig und kostbar und rein.» (Aus dem Sonnengesang des Heiligen Franziskus)
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