Alain de Raemy, Apostolischer Administrator des Bistums Lugano
Schweiz

Weihbischof de Raemy hat keinen Rüge-Brief aus Rom erhalten

Alain de Raemy hat kein persönliches Rüge-Schreiben aus dem Vatikan erhalten und erwartet auch keines. Das teilt das Bistum Lugano mit. De Raemy ist einer der sechs Schweizer Bischöfe, die der Vatikan in einem Schreiben an die Bischofskonferenz für ihren Umgang mit Missbrauchsfällen gerügt hatte.

Regula Pfeifer

Im Herbst hat der Vatikan sechs Schweizer Bischöfe wegen ihrem Vorgehen in Missbrauchsfällen kritisiert. Er rügte sie, «die im kanonischen Recht vorgesehenen Verfahren nicht ordnungsgemäss befolgt» zu haben. Und er forderte sie auf, die Normen des Ermittlungsverfahrens strikt einzuhalten.

Von einem kanonischen Strafverfahren sah der Vatikan aber ab. Die Schweizer Bischofskonferenz teilte dies anlässlich ihrer Vollversammlung in Engelberg mit.

Sechs Bischöfe betroffen

Die Rüge betraf demnach die amtierenden Bischöfe Jean-Marie Lovey vom Bistum Sitten und Charles Morerod von Lausanne, Genf und Freiburg sowie Weihbischof Alain de Raemy, der als Apostolischer Administrator im Tessin amtet.

Ausserdem den Territorialabt Jean Scarcella von der Abtei Saint-Maurice und die beiden pensionierten Würdenträger Weihbischof Peter Bürcher und Erzbischof Jean-Claude Périsset. Gegen sie hatte es eine kanonische Untersuchung zu ihrem Umgang in Missbrauchsfällen gegeben. Die Voruntersuchung hatte Bischof Joseph Maria Bonnemain geleitet.

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Damals war die Rede von drei persönlichen Schreiben, die an die betroffenen Bischöfe persönlich versandt worden seien, weitere würden folgen. Bischof Morerod hat inzwischen das persönliche Rügeschreiben an ihn publik gemacht.

Und dabei auch argumentiert, weshalb er gewisse Fälle nicht gleich nach Rom gemeldet hatte. Als neu gewählter Präsident der Schweizer Bischofskonferenz war er mit entsprechenden kritischen Fragen konfrontiert worden.

De Raemy erwartet kein Schreiben

Offen ist seither die Frage, welche der übrigen fünf Bischöfe ebenfalls einen persönlichen Rügebrief erhalten haben und was darinsteht.

Das Bistum Lugano teilte nun mit: Administrator Alain de Raemy habe «kein persönliches Schreiben in dieser Angelegenheit erhalten». Eine Nachfrage bei den zuständigen Stellen des Heiligen Stuhls habe zudem ergeben, «dass kein weiteres Schreiben geplant ist». (mit Informationen von catt.ch)


Alain de Raemy, Apostolischer Administrator des Bistums Lugano | © zVg
19. Dezember 2024 | 17:00
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