Papst Leo XIV. an der Generalaudienz am 1. April 2026
Vatikan

Vatikanfinanzen und Piusbrüder beschäftigen den Papst

Gut drei Wochen war Papst Leo XIV. nicht im Vatikan. Nun ist er wieder da. Zum Ende der Sommerfrische widmete er sich zwei schwierigen Themen, die den Vatikan derzeit umtreiben.

(CIC) Wirtschaftliche und theologisch-dogmatische Themen prägen das Ende der dreiwöchigen Sommerfrische von Papst Leo XIV.. Wie das vatikanische Presseamt am Mittwoch mitteilte, sprach der Papst in den vergangenen Tagen gleich mit drei Schlüsselfiguren für das vatikanische Finanzwesen.

In Audienz empfing er demnach zunächst Erzbischof Giordano Piccinotti, den Präsidenten der vatikanischen Güterverwaltung APSA. Er ist unter anderem für die Verwaltung und Bewirtschaftung des umfangreichen vatikanischen Immobilienbesitzes zuständig.

Auch Kardinal Marx beim Papst

Ferner empfing er den Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, in dessen Eigenschaft als Koordinator des vatikanischen Wirtschaftsrats. Marx hatte bei einer Kardinalsversammlung kurz vor dem Konklave, aus dem Leo XIV. als Papst hervorging, ausführlich über das Defizit und die Herausforderungen bei den vatikanischen Finanzen gesprochen.

Schliesslich sprach der Papst mit dem Finanzfachmann Alessandro Cassinis Righini. Als «Generalrevisor» ist er der oberste Wirtschaftsprüfer im Vatikan. Er überprüft die Bilanzen aller Behörden des Heiligen Stuhls und meldet dem vatikanischen Wirtschaftsrat finanzielle Unregelmäßigkeiten. Sein Büro arbeitet unabhängig und berichtet direkt an den Papst.

Auch Piusbrüder wieder im Fokus?

Um eine andere schwierige Baustelle für den Vatikan dürfte es bei einem weiteren Termin gegangen sein: Der Papst sprach mit Kardinal Víctor Manuel Fernández. Auch wenn der Vatikan nichts über den Inhalt des Gesprächs mitteilte, stand vermutlich unter anderem der Konflikt mit der erzkonservativen Piusbruderschaft auf der Tagesordnung.

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Die Traditionalisten hatten Anfang Juli unerlaubt vier Bischöfe geweiht und wurden deshalb für exkommuniziert erklärt. Vor zwei Wochen focht die Bruderschaft die von Kardinal Fernández am 2. Juli verkündete Exkommunikation ihrer Priester kirchenrechtlich an. Seither gab es keine weitere vatikanische Erklärung zu dem Thema.

Welche der Gespräche noch in Castel Gandolfo stattfanden, wo der Papst sich bis Montagabend aufhielt, liess der Vatikan in seiner Mitteilung offen. «Einige Audienzen» habe er noch dort abgehalten, so der Hinweis des Presseamts.


Papst Leo XIV. an der Generalaudienz am 1. April 2026 | © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
30. Juli 2026 | 10:00
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