Grünes Licht für französische Messbuch-Version

Der Vatikan hat die französische Übersetzung des Römischen Messbuchs genehmigt. Der neue Text soll ab Advent 2020 zum Einsatz kommen, berichtet die Zeitung «La Croix» (7. November). Verpflichtend soll sie ab dem 24. Mai 2021 in allen französischen Pfarreien verwandt werden.

Ursprünglich war die Einführung bereits für Advent 2019 geplant. Weil die Übersetzung mehrmals in Rom überprüft wurde, verzögerte sich der Vorgang. Der Vatikan hatte sich eine Übersetzung gewünscht, die näher am Lateinischen ist. Die derzeitige Messbuch-Version wurde 2002 in Frankreich eingeführt.

Für die Gläubigen ändert wenig

Für die Gläubigen ändere sich mit der Einführung des neuen Messbuchtexts wenig, so der zuständige Bischof von Grenoble-Vienne, Guy de Kerimel. Wichtiger sei die Veränderung für die Priester. Im Glaubensbekenntnis (Credo) wird etwa der Wortlaut «de même nature» (eines Wesens mit dem Vater) durch «consubstantiel» ersetzt.

In der Anamnese (Gedenken im Eucharistischen Hochgebet) wird aus «Nous proclamons ta mort, nous annoncons ta résurrection» (Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir) «Nous annoncons ta mort, nous proclamons ta resurrection».

Liturgie immer ein «heikler Punkt»

Die Liturgie sei immer ein «heikler Punkt» betont de Kerimel. Es werde wohl «niemand vollkommen zufrieden mit unserer neuen Übersetzung sein», so der Bischof. Dies sei bereits bei der Bibel-Neuübersetzung der Fall gewesen.

Die Veränderung des Messbuchs, so de Kerimel, sei «wichtiger» und «schwieriger» als die Neuformulierung des Vaterunser, die im Dezember 2017 in Kraft trat. Die andere Wortwahl helfe, den Sinn der Eucharistie neu zu entdecken – auch wenn es immer schwierig sei, das Geheimnis Gottes in Worte zu fassen.

Romandie hofft Einführung im Advent 2020

Ein Team unter der Leitung eines Benediktiners der Abtei Clervaux in Luxemburg hatte die Übersetzung mehrmals überarbeitet. Überprüfung und Änderungen dauerten mehrere Monate. Der Präfekt der Gottesdienstkongregation, Kardinal Robert Sarah, unterzeichnete am 1. Oktober das Bestätigungsdekret für den neuen Text. Jede französischsprachige Bischofskonferenz muss nun einen eigenen Antrag zur Einführung des Messbuchs stellen.

Die Westschweiz hofft, dass sie das neue Messbuch zeitgleich mit Frankreich einführen kann, also auf den ersten Sonntag des Advent 2020, wie das Portal cath.ch am Dienstag meldete. (kna/cath.ch/rp)

7. November 2019 | 16:14
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