Mitglieder der Piusbruderschaft beim Requiem für Bischof Vitus Huonder, 17. April 2024, in Écône
Vatikan

Vatikan droht traditionalistischen Piusbrüdern mit Exkommunikation

Droht eine Eskalation in Form einer Exkommunikation? Der Termin der unerlaubten Bischofsweihen der tradionalistischen Piusbrüder rückt näher. Der Vatikan bleibt bei seinem Nein – und droht mit Konsequenzen.

Severina Bartonitschek

(CIC) Der Vatikan bleibt bei seinem Nein zu der angekündigten Bischofsweihe der traditonalistischen Piusbruderschaft – und droht mit Konsequenzen bei Zuwiderhandlung. Diese verfügten nicht über das entsprechende päpstliche Mandat, schreibt jüngst Glaubenspräfekt Kardinal Víctor Manuel Fernández.

«Schismatischer Akt»

So stelle diese Geste einen «schismatischen Akt» dar. Die formelle Einwilligung in eine Kirchenspaltung sei eine schwere Beleidigung Gottes und ziehe die im Kirchenrecht festgelegte Exkommunikation nach sich, heisst es in der kurzen Mitteilung. Diese Strafe habe den Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft zur Folge.

Den Betroffenen ist es verboten, Dienste in liturgischen Feiern zu übernehmen, Sakramente zu spenden oder zu empfangen sowie kirchliche Ämter auszuüben.

«Der Heilige Vater bittet in seinen Gebeten weiterhin den Heiligen Geist, die Verantwortlichen der Priesterbruderschaft St. Pius X. zu erleuchten, damit sie ihre schwerwiegende Entscheidung rückgängig machen», schreibt Fernández abschliessend.

Unerlaubte Weihen und Gespräche im Vatikan

Anfang Februar hatte der Generalobere der Piusbrüder, Davide Pagliarani, die Bischofsweihen für den 1. Juli angekündigt. Kurz darauf folgten überraschend Gespräche im Vatikan. Unter der Bedingung, dass die Traditionalisten auf ihre Weihen verzichten würden, bot Fernández ihnen einen Dialog über theologische Streitfragen sowie über einen künftigen kirchenrechtlichen Status an. Dieser ist bis heute ungeklärt. Diesen Vorschläggen erteilte Pagliarani eine Absage – und beharrt weiter auf den Termin der Bischofsweihe.

Davide Pagliarani, Generaloberer der Piusbrüder.
Davide Pagliarani, Generaloberer der Piusbrüder.

Die Piusbrüder lehnen die meisten Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab und beharren auf alten Formen des Gottesdienstes. Der Gemeinschaft gehören weltweit mehr als 700 Priester an, die meisten davon in Nordamerika und in Frankreich.

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Bereits 1988 waren nach der unerlaubten Weihe von vier eigenen Bischöfen ihr Gründer, Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991), sowie die Geweihten durch den Vatikan exkommuniziert worden. Papst Benedikt XVI. (2005-2013) hob diese Beugestrafe zwar 2009 auf, zu einer theologischen Einigung kam es aber nicht.


Mitglieder der Piusbruderschaft beim Requiem für Bischof Vitus Huonder, 17. April 2024, in Écône | © cath.ch/Bernard Hallet
14. Mai 2026 | 14:00
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