Abgabe von Lebensmitteln bei einer Stelle des Treffs für Flüchtlinge und Migranten.
Schweiz

Treffpunkt für Flüchtlinge und Migranten erhält Aargauer Sozialpreis

Vor über zwei Jahren wurde das Projekt innert einer Woche auf die Beine gestellt. Es existiert noch immer – und ist nun mit dem dritten Aargauer Sozialpreis ausgezeichnet worden. Gewürdigt wird damit ein überregionales Netzwerk, das Flüchtlinge sowie Migrantinnen und Migranten unterstützt.

Barbara Ludwig

Den Aargauer Sozialpreis gibt es seit 20 Jahren. Damit honorieren die drei Aargauer Landeskirchen und die Fachstelle Benevol Aargau freiwilliges und soziales Engagement. Der Sozialpreis soll Menschen zu solchem Engagement motivieren. Dieses Jahr wurden 47 Projekte eingereicht. Darunter gab es auch verschiedene katholische Initiativen.

Privatpersonen ergriffen die Initiative

Am Donnerstag sind nun drei Siegerprojekte geehrt worden, wie die Landeskirchen und die Fachstelle mitteilen. Ausserdem wurden zwei Anerkennungspreise verliehen. Die geehrten Projekte haben teilweise einen Bezug zu den Kirchen und kirchlich engagierten Personen.

Der dritte Siegerpreis, dotiert mit 2500 Franken, ging etwa an den Treff für Flüchtlinge sowie Migranten und Migrantinnen im Pastoralraum Zurzach-Studenland.

Der Treff wurde vor über zwei Jahren von Privatpersonen ins Leben gerufen, um für die aus der Ukraine geflüchteten Menschen einen Ort zu schaffen, an dem sie ihre Erfahrungen teilen, sich vernetzen und sich informieren können. Inzwischen gibt es die Treffs in mehreren Dörfern für alle schutzbedürftigen Menschen – auch dank der Mithilfe zahlreicher Freiwilliger.

Hilfe bei der Suche nach Wohnung und Arbeit

Mit viel moralischer Unterstützung sowie finanziellen und mündlichen Zusagen seitens der Kirchen sei der überregionale Treff innert einer Woche auf die Beine gestellt worden, sagt Initiantin Theres Germann-Tillmann in der Mitteilung. Zusammen mit Bettina Kustner leitet sie den Treff. Kustner ist Seelsorgerin der Pfarrei Schneisingen-Siglistorf sowie Diakonieverantwortliche im Pastoralraum Zurzach-Studenland.

Preisverleihung: Der Treff für Flüchtlinge sowie Migrantinnen und Migranten erhielt den zweiten Aargauer Sozialpreis.
Preisverleihung: Der Treff für Flüchtlinge sowie Migrantinnen und Migranten erhielt den zweiten Aargauer Sozialpreis.

An regelmässigen Sprach- und Nähtreffs erhalten die Flüchtlinge und Migranten «Hilfe zur Selbsthilfe», so die Mitteilung. Sie werden bei der Wohnungs- und der Arbeitssuche unterstützt und mit gespendeten Kleidern, Schuhen und Lebensmitteln versorgt.

Regionale Produkte und Spielabende

Der erste Sozialpreis, dotiert mit 5000 Franken, ging an die IG Alter Konsum in Suhr. Ende 2021 hatte sich eine Gruppe von Menschen aus der Aargauer Gemeinde zusammengeschlossen, um in einem gemieteten Ladenlokal nachhaltig produzierte regionale Produkte anzubieten und ein Bistro zu betreiben. Dieses dient Familien als Treffpunkt und soll die Integration Fremdsprachiger fördern.

Den zweiten Preis, dotiert mit 3500 Franken, erhielt die «Suhrer Spielerei». Das Projekt entstand 2020 als Zwischennutzung einer ehemaligen Asylbaracke. Diese entwickelte sich zu einem Ort der Begegnung, Jeden Monat wird dort ein Spielabend organisiert.

Caritas Aargau für Kulturprojekt ausgezeichnet

Das katholische Hilfswerk Caritas Aargau wurde ebenfalls ausgezeichnet. Es erhielt einen von zwei Anerkennungspreisen, der mit 1000 Franken dotiert ist. Gewürdigt wird damit das Projekt «KulturZuZweit». Dieses fördert die kulturelle Teilhabe von Menschen, die oft kein Geld haben, um ins Theater, ins Kino oder ins Museum zu gehen.

Beim Projekt "KulturZuZweit" von Caritas Aargau besuchen zwei Personen einen kulturellen Anlass oder einen Ort der Kultur wie hier das Aargauer Kunsthaus.
Beim Projekt "KulturZuZweit" von Caritas Aargau besuchen zwei Personen einen kulturellen Anlass oder einen Ort der Kultur wie hier das Aargauer Kunsthaus.

Dabei besuchen zwei Personen kulturelle Veranstaltungen. Eine davon besitzt eine Kulturlegi – das heisst, sie verfügt über wenig finanzielle Ressourcen. Die andere Person stellt sich als ehrenamtliche Begleitung zur Verfügung. Ziel sei ein für beide Seiten bereichernder Austausch über Wissen, Erfahrung und Herkunft, heisst es auf der Webseite des Hilfswerks.

Jury und Online-Voting

Über die Prämierung entschied eine sechsköpfige Jury, in der die Landeskirchen, die Fachstelle Benevol sowie Persönlichkeiten aus Politik, Journalismus und Verwaltung vertreten waren. Es gab aber auch ein öffentliches Online-Voting, bei dem laut Mitteilung über 5600 Stimmen abgegeben wurden. Das Votum der Jury machte in der Gesamtwertung zwei Drittel aus, das Online-Voting einen Drittel.

Anzeige ↓ Anzeige ↑

Abgabe von Lebensmitteln bei einer Stelle des Treffs für Flüchtlinge und Migranten. | © Markus Hässig, sinus
26. Oktober 2024 | 17:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!