Treffen der Seelsorgenetzwerke der Diözese Lugano, 2023
Schweiz

Synodaler Weg im Tessin schreitet voran

In den Pastoralnetzen der Diözese Lugano herrscht eine konkrete Lebendigkeit, die sich aus Beziehungen, gemeinsamen Initiativen und dem authentischen Wunsch nach einem gemeinsamen Weg zusammensetzt. Dies geht aus einer ersten Auswertung der Antworten auf zwei Fragen hervor, die das Diözesanteam «Pastorale Netzwerke und Synode» an die Leiter der pastoralen Netzwerke gesendet hatte, um eine gemeinsame Reflexion anzuregen.

Cristina Vonzun, catt.ch

Konkret wurde gefragt: Durch welche bewährten Praktiken wird das «gemeinsame Voranschreiten» in den Pfarrgemeinden und in den pastoralen Netzwerken verwirklicht? Und wie wird in den Pfarreien und Netzwerken die Entscheidungsfindung gelebt und wie werden gemeinsam die Etappen des gemeinsamen Weges festgelegt?

Klima des Dialogs

Eine erste, noch nicht erschöpfende Durchsicht zeigt, dass in vielen Gemeinden Pastoralräte sowohl auf Pfarrei- als auch auf Netzwerkebene bestehen, in denen sich Priester und Laien offen austauschen. Es handelt sich nicht nur um formale Strukturen: Was in den Antworten auffällt, ist das Klima des Dialogs und der Wille, die Talente jedes Einzelnen zur Geltung zu bringen. Hier hört die Synodalität auf, nur ein Schlagwort zu sein, und zeigt sich als tägliche Praxis.

Ein weiteres deutliches Zeichen der Lebendigkeit sind die zahlreichen gemeinsamen Initiativen: Gemeinsame Feiern, Wallfahrten, Gebetsstunden, karitative Aktivitäten und Bildungsangebote beziehen mehrere Pfarreien mit ein, stärken das Zugehörigkeitsgefühl und überwinden lokale Grenzen. Das Netzwerk ist, wenn es funktioniert, nicht nur Organisation: Es ist eine Erfahrung konkreter Gemeinschaft.

Mitverantwortung der Laien

Wichtig ist auch der wachsende Raum, der der Mitverantwortung der Laien eingeräumt wird. Natürlich mangelt es nicht an Schwierigkeiten. Die Beteiligung in einigen Netzwerken verläuft bisweilen unregelmässig, und die Einbindung der Laien ist nicht überall voll entwickelt.

In einigen Netzwerken ist noch eine gewisse Instabilität zu spüren, wobei sich die Zusammenarbeit nur schwer festigen lässt. Insgesamt bietet eine erste Durchsicht der Antworten ein ermutigendes Bild. Zahlreiche Netzwerke haben bewährte Praktiken in den Bereichen Zuhören, Zusammenarbeit, Bildung, Initiativen, Mitverantwortung und Kommunikation zusammengetragen.

Dokument für die Schweizer Synodalkommission

Aus den Antworten auf diese beiden Fragen wird das Diözesanteam ein zusammenfassendes Dokument für die Schweizer Synodalkommission erstellen und so zum synodalen Weg in der Schweiz beitragen. Die Antworten werden anschliessend in einem Dokument an alle Netzwerke der Diözese Lugano weitergeleitet.

Die Diözese Lugano zeigt somit durch ihre Seelsorgenetzwerke konkrete Zeichen der Lebendigkeit und treibt die Umsetzungsphase der Synode voran, für die in allen Diözesen der Welt bis Juni 2027 eine Diözesanversammlung vorgesehen ist. In der Zwischenzeit sind den Ortskirchen weltweit Anweisungen aus Rom zugegangen: Vom 23. bis 25. Juni ist ein internationales Treffen zur Vorbereitung der kontinentalen Versammlungen im Jahr 2028 vorgesehen, an dem auch Papst Leo XIV. sowie Vertreter der Bischofskonferenzen und der Ostkirchen teilnehmen werden.

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Im Oktober 2026 wird zudem im Vatikan zehn Jahre nach «Amoris laetitia» ein grosses Treffen stattfinden, das dem Thema Familie und der pastoralen Unterscheidung gewidmet ist. Parallel dazu wird ein Arbeitsdokument vorbereitet, das die Umsetzung der Synode und die künftigen kontinentalen Versammlungen begleiten soll. Konkrete Zeichen einer universalen Kirche, die die Synodalität im Dialog mit den lokalen Realitäten fördert. (adaptiert: woz)


Treffen der Seelsorgenetzwerke der Diözese Lugano, 2023 | © zVg
2. Mai 2026 | 09:00
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