Stiftsschule Engelberg gibt Handelsmittelschule auf

Engelberg, 6.1.10 (Kipa) Die Stiftsschule Engelberg schliesst eine ihrer drei Abteilungen. Die Handelsmittelschule (HMS) nimmt auf Schuljahr 2010/11 keine neuen Schüler auf. Das Benediktinerkloster Engelberg und die Schulleitung der Stiftsschule Engelberg haben zudem beschlossen, für das verbleibende Gymnasium und die Sekundarschule die Fünf-Tage-Woche einzuführen.

Die vor zehn Jahren gegründete HMS führte nie genug Schüler, erklärte Pater Andri Tuor, Mitglied der der Schulleitung und Leiter der Schulpastoral, am Mittwoch, 6. Januar, gegenüber der Presseagentur Kipa.

Die HMS wurde geschaffen, als das Gymnasium von sieben auf sechs Jahre verkürzt wurde. Man verfügte über genug Personal und Räume. «Wir haben aber in diesen zehn Jahren nie die Zahlen erreicht, die angestrebt wurden, um die Schule auch ökonomisch tragen zu können», sagte Tuor. Nötig wären 15 Schüler gewesen, die erste Klasse zählt dieses Jahr sechs Schüler. Schülerinnen und Schüler, die bereits ihre Ausbildung an der HMS begonnen haben, können ihre Ausbildungszeit an der Stiftsschule Engelberg regulär beenden.

Gymnasium und Sekundarschule verfügen dagegen über genug Schüler. Das Kloster führt für den Ort Engelberg die Sekundarschule. Die Schülerzahl schwankt zwischen 200 und 250 Schülerinnen und Schülern. In den letzten zehn Jahren hat sich hingegen das Verhältnis von internen und externen Schülern umgekehrt. Vor zehn Jahren gehörten zwei Drittel dem Internat an, heute ist es ein Drittel.

Neues Interesse wecken

Engelberg war die letzte klassische katholische Internatsschule, welche die Schüler am Wochenende im Kloster behielt. Das Kloster hat sich dem gesellschaftlichen Wandel angepasst, erklärte Pater Tuor. In Familien mit immer weniger Kindern seien die Eltern, vor allem die Mütter, nicht mehr bereit, ihre Sprösslinge nur noch während verlängerten ausserordentlichen Wochenenden oder in den Ferien zu sehen. Es sei darum schwierig geworden, neue interne Schüler zu gewinnen.

«Nach reiflichen Überlegungen» habe die Benediktinergemeinschaft des Klosters Engelberg sowie die Leitung der Stiftsschule darum beschlossen, den Samstag als Schultag aufzugeben. Im Internat werden die freien Wochenenden eingeführt.

Interne Schülerinnen und Schüler bleiben von Sonntagabend bis Freitagabend beziehungsweise bis Samstagmorgen im Internat. Das durchgehende Sieben-Tage-Internat wird aufgehoben. «Wir sind überzeugt, dass wir so den Bedürfnissen der Jugendlichen und ihrer Eltern besser gerecht werden und einen grösseren Kreis von Schülerinnen und Schülern für unser Bildungsangebot gewinnen können», heisst es von Seiten des Klosters.

(kipa/com/gs/pem)

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