Helena Jeppesen-Spuhler, Mitarbeiterin des Hilfswerks Fastenaktion, beim synodalen Prozess in Prag, Februar 2023
Schweiz

Schweizer Bischofskonferenz: «Stimme jedes einzelnen Menschen ist wichtig»

Die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) hat eine Medienmitteilung zur Eröffnung der Weltsynode veröffentlicht. Darin hält sie fest, dass unter den über 350 internationalen Vertreterinnen und Vertretern der römisch-katholischen Kirche wie schon an anderen Synoden auch Laien und Laiinnen teilnehmen werden. Erstmals jedoch mit Stimmrecht.

In der von der SBK veröffentlichten Medienmitteilung steht, dass die Weltsynode dazu dienen soll, «über die Funktionsweise und die Beziehungen innerhalb der Kirche nachzudenken». Die Kirche selbst solle, wie von Papst Franziskus gefordert, synodaler, also inklusiver, werden. Konkret gehe es darum, das gegenseitige Zuhören ins Zentrum kirchlichen Umgangs zu stellen und «bestimmte Prozesse innerhalb der Kirche zu verbessern oder sogar zu verändern», wird im Schreiben festgehalten.

Papst-Meditation zum Start der Weltsynode
Papst-Meditation zum Start der Weltsynode

Deshalb sollen sich auch alle Getauften an der Entscheidungsfindung beteiligen können, um ein «gemeinsames Gehen» zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund versammeln sich neben Priestern, Theologen und Ordensleuten vom 4. bis am 29. Oktober in Rom, um gemeinsam an der 16. Generalversammlung der Bischofssynode teilzunehmen. Dabei sind auch Laien und Laiinnen, die erstmals in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche ein Stimmrecht haben.

Spirituelle Retraite als Vorbereitung

Aus der Schweiz werden Helena Jeppesen als Laienvertreterin der Kirche in Europa, Claire Jonard als Moderatorin und Bischof Felix Gmür als offizielle bischöfliche Vertretung vor Ort sein. Im Rahmen eines ökumenischen Gebets auf dem Petersplatz am Abend des 30. September versammelten sich die Schweizer Synodenteilnehmenden zum ersten Mal und nahmen anschliessend an einer zweitägigen spirituellen Retraite teil.

Bischof Felix Gmür.
Bischof Felix Gmür.

Die Synode selbst wurde am Mittwochmorgen mit einer Messe offiziell eröffnet. Im Anschluss zogen sich die Synodenteilnehmenden zum Austausch im Plenum sowie in Sprachgruppen zurück. Im Schreiben der SBK heisst es weiter, dass Papst Franziskus die Synode als geistlichen Prozess sehe und diese nicht nach der Logik eines Parlaments funktioniere. Er stellte die Spiritualität ins Zentrum des synodalen Prozesses.

«Das Hören aufeinander müsse mit dem Hören auf den Heiligen Geist einhergehen, um ein wirkliches Verständnis zwischen divergierenden Meinungen und unterschiedlichen Erwartungen schaffen zu können», schreibt die SBK. Ein Anliegen dieser Weltsynode sei es deshalb vor allem, der Stimme jedes einzelnen Menschen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Weniger klerikalistisch, mehr geschwisterlich

Klerikalismus und andere problematische Formen von Macht, welche Missbrauch jeglicher Art fördern, sollten im Rahmen der Synode adressiert und diskutiert und Schritte auf einem Weg zur Umkehr gesucht werden, findet die SBK. Sie sei davon überzeugt, dass der synodale Prozess eine notwendige Entwicklung innerhalb der römisch-katholischen Kirche fördere und Ausdruck einer Kirche sei, die zuhöre.

Claire Jonard vor dem Petersplatz in Rom
Claire Jonard vor dem Petersplatz in Rom

Die SBK hofft, dass die Synode in diesem Sinne Inspiration für eine Haltung des Hörens sowie des «gemeinsamen Gehens» auf einem Weg zu einer weniger klerikalistischen, dafür geschwisterlichen und vom Heiligen Geist getragenen Kirche bieten könne. Die zweite Synodenversammlung im Herbst 2024 solle sicherstellen, dass die Impulse, die in diesem Jahr gegeben werden, in allen Diözesen der Welt aufgenommen werden konnten. (sas)


Helena Jeppesen-Spuhler, Mitarbeiterin des Hilfswerks Fastenaktion, beim synodalen Prozess in Prag, Februar 2023 | © Björn Steinz/KNA
4. Oktober 2023 | 12:30
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