Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien, 2017 im Vatikan
Vatikan

Schönborn bezeichnet das Zuhören als wertvolle Synoden-Erfahrung

Rom, 27.10.18 (kath.ch) Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn wünscht sich «eine starke Stimme, die der Politik sagt, wie viel Ungerechtigkeit und Gewalt es in der Welt junger Menschen gibt», wie er an einer Pressekonferenz sagte. Im Video von kath.ch betonte er das gemeinsame Hinhören als wichtige Erfahrung an der zu Ende gehenden Jugendsynode in Rom.

Als ein Beispiel aus den vielen Zeugnissen junger Teilnehmer nannte er prekäre Arbeitsverhältnisse oder eben Arbeitslosigkeit – «nicht nur in Afrika, sondern auch in Europa.» Darüber werde zu wenig berichtet.

Gespräch mit jungem Afrikaner

Anfangs habe er sich gefragt, ob die vier Wochen ausserhalb seiner Erzdiözese Wien es wert seien. Am Ende müsse er sagen: «Sich einen Monat Zeit nehmen, jungen Menschen zuzuhören, das war es wert. Wer macht das sonst?», so Schönborn an einer Pressekonferenz. Ein junger Afrikaner habe ihm gesagt: Die Kirche ist unsere einzige Hoffnung, der einzige Ort, wo es Aufmerksamkeit, Zuhören und Schutz gebe.

Zudem hätten ihm sowohl in Österreich wie auf der Synode der Mut und die Bereitschaft junger Menschen imponiert, an die Ränder zu gehen und dort mit anderen zu sprechen. Das seien zukunftsweisende Wege, zu denen auch Papst Franziskus aufrufe.

Miteinannder hinhören, was die Jugendlichen über ihr Leben und ihren Glauben berichteten, das sei die grundlegende Erfahrung an dieser Synode gewesen, sagt Schönborn zudem im Interview mit kath.ch in Rom.

 

Die seit dem 3. Oktober in Rom tagende Bischofsversammlung geht am Sonntag zu Ende. An diesen waren zusätzlich knapp 50 meist jugendliche Auditoren sowie weitere Experten beteiligt; diese durften mitdebattieren, haben aber kein Stimmrecht. (cic/rp)

Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien, 2017 im Vatikan | © KNA
28. Oktober 2018 | 07:02
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