Blick auf das Dach der Klosterkirche der Freiburger Franziskaner.
Schweiz

Schadhaftes Kirchendach: Freiburger Franziskanerkloster braucht Geld für Sanierung

Die Walliser Pfarrei Monthey, die jurassische Kirchgemeinde La Baroche und das Freiburger Franziskanerkloster haben zu wenig Mittel für die Restaurierung ihrer Kirchen. Die Gläubigen in der ganzen Schweiz können am 3. und 4. Januar mit der Epiphaniekollekte die Projekte unterstützen.

Barbara Ludwig

Seit über 50 Jahren hilft die Inländische Mission (IM) mit der Epiphaniekollekte Pfarreien, Kirchgemeinden und Wallfahrtsorte, die zu wenig Mittel haben für die Renovation von Sakralbauten.

Jedes Jahr können die Gläubigen in den Gottesdiensten an Epiphanie drei Projekte unterstützen. Dieses Mal berücksichtigt das katholische Hilfswerk je eine Pfarrei im Wallis und im Jura sowie ein Kloster in Freiburg, wie es in einem Communiqué mitteilt.

«Reich ausgeschmückte» Pfarrkirche

Die Pfarrkirche Mariä Unbefleckte Empfängnis in Monthey (VS), einer Stadt in der Region Chablais südlich des Genfersees, wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und letztmals 1970 restauriert.

Gottesdienst in der Pfarrkirche von Monthey im Wallis.
Gottesdienst in der Pfarrkirche von Monthey im Wallis.

«Von aussen gesehen macht die Basilika einen kargen Eindruck, nicht aber innen», schreibt die IM in ihrem Magazin. Obwohl der Kirchenraum nicht länger als 40 Meter sei, erscheine sie mit ihren fünf Kuppeln, wuchtigen Kapitellen, dem Kassettengewölbe, Stuckmarmorpfeilern und Bildern «als gross und reich ausgeschmückt». Die Pfarrkirche steht unter eidgenössischem und kantonalem Denkmalschutz.

Gesamtrenovation nötig

Nach gut 50 Jahren sei nun wiederum eine Gesamterneuerung nötig, so das Hilfswerk. Diese kostet 4,1 Millionen Franken und beinhaltet eine umfassende Aussen- und Innenrestaurierung. «Das ganze Mauerwerk wird saniert, ebenso die Fenster, die elektrischen Installationen, das Dach und der ganze Innenraum.»

Mit Gesamterneuerung könne die weitere liturgische Nutzung der Kirche gesichert werden. Allerdings fehlt der Walliser Pfarrei noch eine halbe Million Franken – trotz Eigenmitteln und Beiträgen von Dritten, heisst es im Communiqué. Die Sanierung beginnt im März 2026 und soll im Dezember 2027 abgeschlossen werden.

Feuchtigkeit und Risse im Mauerwerk

Das zweite Gotteshaus, das von der Unterstützung durch die IM profitieren wird, liegt ganz im Norden des Kantons Jura, im dünn besiedelten Puntruter Zipfel. Es ist die im 18. Jahrhundert erbaute Pfarrkirche Mariä Geburt in Miécourt, einem kleinen Dorf, das heute zur politischen Gemeinde La Baroche gehört. Eine Restaurierung gab es bereits 1967/1968, damals wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.

Altarraum der Kirche Mariä Geburt in Miécourt JU.
Altarraum der Kirche Mariä Geburt in Miécourt JU.

In den letzten Jahren habe sich der Zustand des Gebäudes massiv verschlechtert, so dass nun erneut eine Renovation anstehe, heisst es im IM-Magazin. Nach einem Ausfall der alten Heizung entwickelte sich grosse Feuchtigkeit im Mauerwerk.

Erhöht wird die Feuchtigkeit auch, weil das Dachwasser nicht mehr geordnet abfliesst. Zudem löst sich die Decke der Kirche ab, im Mauerwerk zeigen sich Risse. Die Elektroinstallationen und die Akustikanlage sind veraltet, Kirchenfenster und Mobiliar beschädigt. Nötig ist deshalb eine Gesamtrestaurierung im Innern.

675 Kirchbürger brauchen Hilfe

Diese kostet eine Million Franken. Das übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der Kirchgemeinde La Baroche mit nur 675 Mitgliedern. Nach Abzug der Denkmalschutzbeiträge von Bund und Kanton, der Unterstützung der Loterie Romande, Eigenmitteln, kleineren Beiträgen von Dritten sowie der Aufnahme eines Darlehens fehlen noch immer knapp 250’000 Franken, schreibt die IM.

Kunsthistorische Schätze im Franziskanerkloster

Auch das Franziskanerkloster in Freiburg kann das Geld für anstehende Renovationsprojekte nicht allein stemmen. Ausführlich geht das IM-Magazin auf die grosse Bedeutung des vor rund 750 Jahren eingeweihten Klosters und seiner Kirche für das geistliche, aber auch das politische Leben der Stadt ein.

Auch kunsthistorisch hat die Klosterkirche einiges zu bieten. So haben dort mehrere Zünfte und Bruderschaften ihre Altäre errichtet. «Mit dem berühmten Nelkenmeisteraltar weist die Freiburger Franziskanerkirche das grösste mittelalterliche Retabel in der heutigen Schweiz auf», schreibt das Hilfswerk. Ausserdem gehört das frühgotische Chorgestühl zu den ältesten der Schweiz.

Schadhaftes Dach

Aktuell lässt der Zustand des Kirchendachs zu wünschen übrig. Dieses sei heute «ein Mosaik aus Dachziegeln verschiedenster Epochen und Fabrikation». Wegen des grossen Gefälles und der fehlenden Zugänglichkeit lassen sich abgebrochene oder schadhafte Ziegel nur mit grossem Aufwand ersetzen.

Es droht Wasser einzudringen. Herunterfallende Dachziegel gefährden Passanten und Besucher der Kirche. Nötig sei auch eine Sanierung der Innenbeleuchtung, da nur noch Teile der Ausstattung beleuchtet werden können.

Die Dachsanierung kostet 900’000 Franken, die Erneuerung der Innenbeleuchtung 260’000 Franken. Von den Gesamtkosten in Höhe von 1,16 Millionen Franken ist bislang erst die Hälfte gedeckt. «Das Kloster ist dringend auf externe Hilfe angewiesen», stellt IM fest.

Bischöfe rufen zu «gelebter Solidarität» auf

Auch die Schweizer Bischöfe und die Territorialäbte, also die Äbte von Einsiedeln und Saint-Maurice, rufen zur Unterstützung der drei Renovationsprojekte im Rahmen der Epiphaniekollekte auf. Sie bitten in ihrem Aufruf vom Dezember «alle Pfarreien und kirchlichen Institutionen um ein deutliches Zeichen gelebter Solidarität».

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Blick auf das Dach der Klosterkirche der Freiburger Franziskaner. | © zVg
28. Dezember 2025 | 17:00
Lesezeit : ca. 3  Min.
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