Pfarrer Wendelin Bucheli an der Kirchenratssitzung vom 9.2.2015 in Bürglen UR (v.l.n.r. Pfarrer Wendelin Bucheli, Seelsorger René Deiss, Kirchenratsvizepräsident Peter Vorwerk und Kirchenratspräsidentin Susanne Bätscher-Planzer) | © 2015 zVg
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Pfarrer Wendelin Bucheli an der Kirchenratssitzung vom 9.2.2015 in Bürglen UR (v.l.n.r. Pfarrer Wendelin Bucheli, Seelsorger René Deiss, Kirchenratsvizepräsident Peter Vorwerk und Kirchenratspräsidentin Susanne Bätscher-Planzer) | © 2015 zVg

Pfarrer von Bürglen stellt klar: Protestaustritte bringen nichts

Bürglen UR, 11.2.15 (kath.ch) Der Pfarrer von Bürglen, Wendelin Bucheli, ruft die Gläubigen dazu auf, der Kirche den Rücken nicht zuzukehren. Die Menschen sollten «gerade in der aktuellen Situation in dieser Kirche bleiben und sie mittragen».

«Wenn wir wollen, dass unsere Kirche sich fürs Leben engagiert, wenn wir merken, dass vieles auf dieser Welt verletzt ist, wenn wir heilend eingreifen wollen, dann dürfen wir uns nicht ängstlich zurückziehen oder resigniert aus der Kirche austreten», sagte er gegenüber dem Urner Wochenblatt von Mittwoch, 11. Februar.

Es sei sehr schade, wenn Leute die Kirche verlassen, weil sie enttäuscht sind. Es gelte «für eine Kultur des Lebens» einzustehen und sich gegen eine «Kultur der Angst» zu wehren. Bucheli folgert: «Es braucht mutige Taten und Engagement. Es lohnt sich.»

Der nach einer Segnung eines lesbischen Paares in Ungnade gefallene Pfarrer hofft, dass er in einem Gespräch mit Bischof Vitus Huonder, zeigen kann, «wie meine Arbeit in Bürglen aussieht, und dass er sieht, dass es hier Menschen gibt, die meine Arbeit schätzen und mit mir weiterarbeiten möchten».

Verletzungen, die der Kirche schaden

Eine derart lebendige kirchliche Gemeinschaft wie in Bürglen müsse weiter bestehen. «Wenn der Bischof sein Vorhaben durchdrückt, führt dies zu schweren Verletzungen, die der Kirche nicht guttun. Ich hoffe, dass wir uns zum Wohl der Kirche und zum Wohl der Menschen finden werden.»

Bucheli weist im Interview ferner darauf hin, dass der Kirchenrat ihn als Pfarrer behalten möchte. Er will ihm «den Rücken decken, sodass ich meine Aufgabe erfüllen kann.» Anfang November erlitt Bucheli einen Streifschlag. Der Pfarrer zeigt sich dankbar, dass er während seines Krankseins eine «riesige Anteilnahme und Achtsamkeit» erfuhr. Zudem kündigt er an, dass er im Juli wie länger vorgesehen ein Sabbatical in Jerusalem machen werde. Am vergangenen Sonntag, 8. Februar, wurde publik, dass Huonder Bucheli wegen der Segenshandlung zur Demission auffordert. (gs)

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