Bischof Peter Bürcher | © Andrea Krogmann
Schweiz
Bischof Peter Bürcher | © Andrea Krogmann

Peter Bürcher wird Apostolischer Administrator des Bistums Chur

Chur, 20.5.19 (kath.ch) Vitus Huonder ist nicht mehr Bischof von Chur. Papst Franziskus hat den 73-jährigen Oberwalliser Peter Bürcher zum Apostolischen Administrator in Chur ernannt. Damit entschied er sich für eine Interimslösung.

Das Churer Bistum teilte am Montag mit, der Papst habe den Amtsverzicht des 77-jährigen Vitus Huonder angenommen. Bis dessen Nachfolge geregelt sei, übernehme einstweilen Peter Bürcher, emeritierter Bischof von Reykjavik (Island), die Churer Bistumsleitung.

Bürcher werde als Apostolischer Administrator in einer ersten Phase interne Gespräche führen, um sich mit dem Bistum vertraut zu machen, schrieb das Bistum. Spätestens in der ersten Juni-Woche werde er sich den Medien stellen.

Island aus gesundheitlichen Gründen verlassen

Peter Bürcher gab das Bischofsamt in Reykjavik im Oktober 2015 auf. Gesundheitliche Gründe hatten ihn dazu bewogen, Island zu verlassen. Eine starke Lungenentzündung hatte ihn schwer mitgenommen.

Geboren wurde der zukünftige Apostolische Administrator in Chur am 20. Dezember 1945 in Fiesch im Oberwallis. 1971 erwarb er in Freiburg das Lizentiat in Theologie. Im gleichen Jahr wurde er in Genf zum Priester geweiht.

2007 von Lausanne nach Reykjavik

Im März 1994 wurde er zum Bischof ernannt. Bürcher wirkte zunächst als Weihbischof im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg, ehe er 2007 den Schritt zum Bischof von Reykjavik machte.

Vitus Huonder verliess den Bischofssitz in Chur am Montag nach knapp zwölf Jahren im Amt. Wie vorgesehen, zieht er sich zurück ins sanktgallische Wangs, ins Knabeninstitut «Sancta Maria» der Priesterbruderschaft St. Pius X., wie es beim Bistum auf Anfrage hiess. (sda)

Apostolischer Administrator

Der Vatikan kann für die Leitung eines Bistums einen «Apostolischen Administrator» ernennen. Diesem sind alle Vollmachten des Diözesanbischofs übertragen.  Der Bischofssitz gilt allerdings dennoch als vakant, deshalb enden auch die Ämter der General- und Bischofsvikare sowie die Funktionen des Priesterrats und des Pastoralrates. Der Administrator kann in Form der Delegation den Generalvikar und die Bischofsvikare bis zum Amtsantritt des neuen Bischofs bestätigen, nicht jedoch die Aufgaben der Räte. Ein Administrator führt die Amtsgeschäfte weiter, bleibt dabei jedoch dem Papst direkt zu Rechenschaft verpflichtet und kann jederzeit abberufen werden. In der Regel sollten Apostolische Administratoren keine grösseren Umwälzungen in der ihnen anvertrauten Diözese vornehmen. (sys)

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