Facebook-Profil von Pegida Schweiz
Schweiz

Erster Schweizer Pegida-Sprecher war in rechtsextremer Partei

Ergänzt Fassung vom 11.1.15: neu mit Informationen aus Blick und 20 Minuten vom 12. Januar

Zürich, 12.1.15 (kath.ch) Die islamfeindliche Pegida-Bewegung fasst nun auch in der Schweiz Fuss.  Die erste Pegida-Demonstration in der Schweiz ist für den 16. Februar geplant. Laut 20 Minuten (12. Januar) ist Ignaz Bearth, der Präsident der unbekannten rechten «Direktdemokratischen Partei der Schweiz» der erste Sprecher von Pegida Schweiz.

Die Bewegung der «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» (Pegida), bislang vor allem in Deutschland aktiv, hat nun auch in der Schweiz einen Ableger, den Verein «Schweiz Pegida», der am 9. Januar gegründet wurde, wie dem gleichnamigen Facebook-Profil zu entnehmen ist. Laut einem Bericht der «Sonntagszeitung» (11. Januar) handelt es sich bei den Gründungsmitgliedern um «ein Dutzend Personen aus christlich-rechten Kreisen».

«Wir müssen gegen die Islamisierung antreten», sagt Bearth von Pegida Schweiz gegenüber «20 Minuten» (12. Januar). Es gehe darum, dass die Menschen in der Schweiz «weiterhin nach christlichen Werten leben dürfen». Bearth ist laut «20 Minuten» eine umstrittene Figur, weil er sich in der Neonazi-Szene bewegt haben soll. Bearth sagt dazu, er sei «nur kurz Passiv-Mitglied» der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) gewesen.

Schutz der christlich-jüdischen Abendlandkultur

Laut dem auf Facebook veröffentlichten Positionspapier tritt der Verein Pegida-Schweiz unter anderem ein für «eine Null- Toleranz- Politik gegenüber straffällig gewordenen Asylbewerber/innen und Migranten/innen», für ein schweizweites Burka-Verbot und für den Widerstand gegen eine frauenfeindliche, gewaltbetonte politische Ideologie, jedoch nicht gegen «die hier lebenden, sich integrierenden Muslime». Der Verein plädiert ferner für «die Erhaltung und den Schutz unserer christlich-jüdisch geprägten Abendlandkultur» und ist gegen Imame an Schweizer Schulen und staatlichen Einrichtungen.

Als konkrete Aktion ist ein «Abendspaziergang» am 16. Februar geplant, so das Facebook-Profil, das am Montag morgen, 12. Januar, bereits über 3.300 Anhänger zählte. Ort und genauer Zeitpunkt sind bislang nicht bekannt. Gegenüber «Blick» (12. Januar) sagt Bearth, dass die Bewegung mit verschiedenen Schweizer Städten wegen einer Demo-Bewilligung für den 16. Februar im Gespräch sei. An dieser Demonstration werden als Referenten unter anderen Tatjana Festerling aus Deutschland und Pegida-Sprecher Ignaz Bearth aus der Schweiz auftreten. Festerling ist Mitbegründerin der Partei «Alternative für Deutschland». Laut «20 Minuten» soll neu auch noch der Holländer Edwin Utrecht auftreten. Er ist eine wichtige Figur der Pegida-Bewegung in Dresden. Juso-Präsident Fabio Molina hat bereits Gegendemos angekündigt. Die Seite No-Pegida-Schweiz hat unterdessen schon über 4100 Freunde.

In den nächsten 14 Tagen will Pegida Schweiz zudem eine Homepage aufschalten. (sys)

Facebook-Profil von Pegida Schweiz | screenshot 11.1.15
12. Januar 2015 | 09:43
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