Papst: «Migranten stossen auf viele Hindernisse»
Die aktuelle Situation von Migrantinnen und Migranten vergleicht Papst Franziskus mit jener der Israeliten vor über 3000 Jahren in einer Botschaft zum 110. Weltflüchtlingstag. Auch die katholische Kirche und Migranten seien einander ähnlich.
Oft zeigen sich Christen solidarisch mit Geflüchteten und anderen Migranten. Laut Papst Franziskus geht es dabei um mehr als bloss die Bereitschaft zu helfen. Er sieht eine Wesensverwandtschaft von Christen und Migranten.
«Unterwegssein entdecken»
In der am Montag vom Vatikan veröffentlichten Botschaft zum 110. Weltflüchtlingstag, schreibt der Papst, die Kirche sei gerade dabei, «ihr eigenes Unterwegssein wiederzuentdecken. Sie ist unterwegs in der Geschichte als das dem Himmelreich entgegen pilgernde, wir könnten auch sagen ‘migrierende’, Volk Gottes.»
Man könne «in den Migranten unserer Zeit, wie in denen einer jeden Epoche, ein lebendiges Abbild des Gottesvolkes auf dem Weg in die ewige Heimat sehen.» Die Migranten erinnerten die Kirche daran, dass auch sie auf Erden keine bleibende Heimat habe, sondern stets unterwegs sei zur ewigen Heimat im Himmel.
Laut biblischer Überlieferung führte Moses die Israeliten in einer 40 Jahre andauernden Wanderung aus der Sklaverei in Ägypten. Wie diese, so Papst Franziskus, flöhen Migranten oft vor Unterdrückung und Übergriffen, vor Unsicherheit und Diskriminierung, vor mangelnden Entwicklungsperspektiven, schreibt Franziskus.
«Vor Durst und Hunger erschöpft»
Und weiter: «Wie die Israeliten in der Wüste stossen Migranten auf viele Hindernisse auf ihrem Weg: Sie sind vor Durst und Hunger erschöpft, sie sind von Mühsal und Krankheit ausgelaugt, sie werden von der Verzweiflung versucht.»
Begegnung mit Migranten wie Begegnung mit Christus
Weiter betont der Papst in seiner Botschaft, das Wesentliche eines jeden Exodus sei es, dass «Gott seinem Volk und allen seinen Kindern – aller Zeiten und aller Orte – vorausgeht und sie begleitet. Er identifiziere sich »mit den Männern und Frauen auf ihrem Weg durch die Geschichte – insbesondere mit den Letzten, den Armen, den Ausgegrenzten«. Jede Begegnung mit Migranten sei so eine Begegnung mit Christus selbst, der gesagt habe: »Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen.«
Der katholische Welttag der Migranten und Flüchtlinge steht in diesem Jahr unter dem Motto »Gott ist mit seinem Volk unterwegs«. Ausgerufen hatte den Tag Papst Benedikt XV. (1914-1922) im Jahr 1914.
Papst Franziskus verlegte das frühere Datum vom Januar in den September, da das bisherige Datum nahe an anderen kirchlichen Gedenk- und Feiertagen lag. Federführend bei der Organisation ist das Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen unter der Leitung von Kardinal Michael Czerny. (kna)
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