Bild des Ehepaars Martin über dem Petersplatz
Vatikan

Papst spricht französisches Ehepaar Martin heilig

Rom, 18.10.15 (kath.ch) Erstmals ist in der katholischen Kirche ein Ehepaar für die Vorbildlichkeit seiner Ehe heiliggesprochen worden. Papst Franziskus nahm am Sonntag, 18. Oktober, bei einer Messe auf dem Petersplatz vier Glaubenszeugen in den Heiligenkalender auf, darunter die Franzosen Louis (1823-1894) und Zélie Martin (1831-1877). Die beiden Eheleute und Eltern der bereits heiliggesprochenen Thérèse von Lisieux «haben den christlichen Dienst in der Familie gelebt, indem sie Tag für Tag eine Umgebung voller Glauben und Liebe aufbauten», würdigte Franziskus.

Bisher wurden Ehepaare nur für ihren Tod als Märtyrer heiliggesprochen. Neben ihnen erhob er auch den italienischen Priester Vincenzo Grossi (1845-1917) und die spanische Ordensfrau Maria Isabella Salvat Romero (1926-1998) «zur Ehre der Altäre».

Louis Martin wie auch Zélie Martin, geborene Guérin, wollten ursprünglich Ordensleute werden, wurden jedoch abgewiesen. 1858 lernten sie sich kennen und heirateten wenig später. Von ihren neun Kindern erreichten fünf Töchter das Erwachsenenalter. Alle fünf wurden Ordensfrauen. Die Eltern hätten das christliche Klima dafür geschaffen, dass diese Berufungen aufkeimen konnten, hob Franziskus hervor.

Durch Fürsprache geheilte Kinder trugen Reliquien

Reliquien der beiden neuen Heiligen wurden bei der Zeremonie von einem italienischen Jungen und einem spanischen Mädchen zum Altarbereich getragen. Die Kinder waren nach kirchlicher Überzeugung auf Fürsprache der Martins und auf medizinisch unerklärliche Weise von schweren Defekten kurz nach ihrer Geburt geheilt worden.

An der Messe nahmen mehrere zehntausend Gläubige teil. Der italienische Priester Grossi gründete 1885 das «Institut der Schwestern des Oratoriums», das sich besonders dem Dienst für bedürftige Jugendliche widmet. Der Papst lobte ihn als «barmherzigen Samariter», der immer die Bedürfnisse der ihm Anvertrauten im Auge hatte.

Die Spanierin Romero, genannt Maria von der Unbefleckten Empfängnis und seit 1977 Generaloberin der Schwestern der Gesellschaft vom Kreuz, habe sich in grosser Demut dem Dienst an den «Letzten» gewidmet, vor allem den Kindern armer und kranker Eltern, so Franziskus. «Das leuchtende Zeugnis dieser neuen Heiligen spornt uns an, auf dem Weg des frohen Dienstes an den Mitmenschen beharrlich voranzuschreiten, im Vertrauen auf die Hilfe Gottes und den mütterlichen Schutz Marias», sagte Franziskus. (cic)

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Bild des Ehepaars Martin über dem Petersplatz | © 2015 Andrea Krogmann
18. Oktober 2015 | 12:04
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